Gestose (Schwangerschaftsvergiftung)

Gestose (Schwangerschaftsvergiftung)
Foto: picture alliance / Bildagentur-online
Die Gestose, auch als Schwangerschaftsvergiftung bekannt, ist eine Erkrankung, die nur Schwangere betrifft. Alles über Symptome und Behandlung.

Gestose ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen in der Schwangerschaft, die mit einem erhöhten Blutdruck (Hypertonie) einhergehen. In der Umgangssprache ist die Gestose auch als Schwangerschaftsvergiftung bekannt.

Dieser Begriff ist jedoch irreführend: Es handelt sich nicht wie früher oft vermutet um eine Vergiftung. Vielmehr umfasst die medizinische Fachbezeichnung Gestose verschiedene schwangerschaftsbedingte Erkrankungen, die durch eine Erhöhung des Blutdrucks charakterisiert sind. Grundsätzlich kann zwischen Frühgestosen und Spätgestosen unterschieden werden. Frühgestosen treten im ersten Drittel der Schwangerschaft auf. Spätgestosen zeigen sich hingegen im dritten Trimenon.

Charakteristisch für die Gestose ist eine Erhöhung des Blutdrucks mit Werten über 140/90 mmHG. Neben dem Bluthochdruck kommt es bei einer Gestose auch zu einer vermehrten Eiweißausscheidung im Urin. Eine solche Proteinurie liegt dann vor, wenn pro Tag mehr als 300 Milligramm Eiweiß mit dem Urin ausgeschieden werden. Aufgrund des Eiweißverlustes sammelt sich vermehrt Wasser im Gewebe. Die Betroffenen leiden unter geschwollenen Füßen, Händen oder unter Ödemen im Bereich der Augen. Bei der schwersten Form der Gestose, der sogenannten Eklampsie, leiden die Patientinnen zusätzlich unter starken Eintrübungen des Bewusstseins - auch ein Koma kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Beispielsweise können Übelkeit, Erbrechen, starke Kopfschmerzen und neurologische Symptome auf eine Eklampsie hinweisen. Sie gehört zu den lebensbedrohlichen Erkrankungen, die eine medizinische Notfallversorgung erfordern.

Die Therapie der Gestose hängt von der Ausprägung und der Form der Erkrankung ab. Frauen mit einer Gestose werden in der Regel von der Arbeit freigestellt, häufig müssen sie Bettruhe einhalten. Bei einem starken schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck kann die Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten erforderlich sein.

Zwar kann man eine Gestose nicht verhindern, im Rahmen der Schwangerenvorsorge lässt sich die Erkrankung aber frühzeitig erkennen und behandeln, sodass schwere Krankheitsverläufe nur selten auftreten.

Ausführliche Informationen zum Thema Gestose oder Schwangerschaftsvergiftung (in der Umgangssprache) finden Sie hier bei Frauenzimmer.de.