Prozessauftakt: Er tötete Corinna (9) und vergewaltigte sie
Mutmaßlicher Täter verweigert die Aussage
Vor dem Leipziger Landgericht hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der neunjährigen Corinna begonnen. Peter S. soll das Mädchen sexuell missbraucht und ermordet haben. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte. Hauptstreitpunkt war, ob das Geständnis, welches der Angeklagte vermutlich betrunken ablegte, verwertet werden kann. Der Fall Corinna aus Eilenburg bei Leipzig hatte im letzten Sommer ganz Deutschland schockiert. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, das Mädchen in einem Bauwagen auf seinem Gartengrundstück missbraucht zu haben. "Weil Corinna sich heftig dagegen wehrte, erwürgt er sie", so Staatsanwalt Ulrich Jakob. Noch nach dem Tod der Neunjährigen habe er sich sexuell an ihr vergangen. Anschließend habe er Corinnas Leiche in einen Müllsack gesteckt und in einen Nebenarm der Mulde geworfen. Der Mann war betrunken, er hatte nach einem Gutachten 2,34 Promille im Blut. Drei Tage nach dem Fund von Corinnas in Plastiktüten verpackter Leiche nahm die Polizei den mutmaßlichen Mörder fest. Peter S. aus der Nachbarschaft des Elternhauses gestand die Tat in den Vernehmungen. Weil er bei seiner Festnahme betrunken war, hält die Verteidigung von S. das Geständnis für nichtig – die Staatsanwaltschaft ist der Meinung, der bekennende Alkoholiker sei vernehmungsfähig gewesen. Zum Prozessauftakt sagten unter anderem die beiden Beamten aus, die den mutmaßlichen Mörder zuerst vernommen hatten. Eine 57 Jahre alte Polizistin sagte, er habe alle Vorwürfe eingeräumt und den genauen Hergang der Tat geschildert. Der Mann habe auch eingeräumt, schon länger davon geträumt zu haben, ein Kind zu missbrauchen. Der schnelle Fahndungserfolg gelang nur durch Hinweise aus der Bevölkerung. Was bisher niemand wusste: Ein entscheidender Tipp zu seiner Festnahme kam aus dem direkten Umfeld. Es war der Lebensgefährte der Mutter, dem das Verhalten von S. merkwürdig vorkam. Rolf Dietmar Schwarze schilderte, wie Peter S. nach der Tat "am Rockzipfel seiner Mutter klebte", und wie er am Morgen nach der Tat schon früh im Garten Feuer gemacht hat. Dies meldete er der Polizei.




















