Zwangsneurose: Bridget ekelt sich vor allem - sogar vor ihren Eltern

Sie kann nicht einmal ihre Mutter umarmen

Bridget ekelt und fürchtet sich vor nahezu allem – nicht einmal ihre eigene Mutter kann sie umarmen. Die 15-Jährige leidet unter einer Zwangsstörung.

Bridget aus dem US-Bundesstaat New Jersey hat Angst davor, Dinge zu berühren. Sie fürchtet sich vor Dreck, Schmutz und Bakterien. Heute kann Bridet nicht einmal mehr ihre eigenen Eltern berühren, ohne am ganzen Körper zu zittern.

Ein Alptraum für die Eltern, die mit Selbstzweifeln kämpfen und sich ständig fragen, was sie falsch gemacht haben. Bridget leidet an einer Zwangsstörung. Ihre Mutter Karen wagt mit uns beim Therapeuten den Versuch, körperlichen Kontakt mit ihrer Tochter aufzunehmen. Sie setzt sich mit zu ihrer eigenen Tochter auf die Couch, doch die Situation eskaliert: „Sie kommt mir immer näher, ich hab Angst, so nah war sie mir ewig nicht“. Nur Sekunden später - ihre Mutter ist anscheinend weit genug entfernt von ihr - ist Bridget wie ausgewechselt, kann sich selbst ihr Verhalten nicht erklären: „Es ist alles in meinem Kopf. Es ist ja eigentlich keine große Sache, zusammen mit meiner Mutter auf der Couch zu sitzen.“ Doch durch die Zwangsstörung hat sie enorme Ängste vor den harmlosesten Dingen.

Der Neurologe David Rosenberg erforscht am Kinderkrankenhaus in Michigan seit Jahren Zwangsneurosen. Denn jeder Zehnte weltweit leidet darunter. Und bei den meisten bricht die Zwangsstörung in der Jugend aus. „Anstatt das Signal vom Gehirn zu bekommen, ‚alles ok, ich bin sicher‘, bekommen die Patienten mit einer Zwangsstörung das Signal, dass alles gefährlich und nichts sicher ist", erklärt Rosenberg. Und genau gegen dieses Signal kämpft er gemeinsam mit Bridget nun an - Woche für Woche, Zentimeter um Zentimeter.

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