Zwangsheirat: Mädchen für neun Euro zum Verkauf angeboten

Tragisches Schicksal für 200 Kinder - Zwangsheirat und Menschenhandel

"Eine Ehefrau für neun Euro", eine Schlagzeile, die erschüttert. Wenn man sich diese Nachricht genauer anschaut, erschaudert man förmlich. Die angeblichen "Frauen", die für neun Euro im wahrsten Sinne "an den Mann" gebracht werden sollen, sind über 200 Kinder und Jugendliche, die aus einer Schule in Nigeria verschleppt worden sind.

Zwangsheirat - in vielen Ländern eine perverse Praxis, unter der auch Kinder leiden müssen.
In einigen Ländern ist die Verheiratung gegen Geld und mit kleinen Kindern perverse Praxis. © picture-alliance/ dpa/dpaweb, epa Farahanaz Karimy

Die Terroristen, die sie aus dem Unterricht verschleppt haben, wollen die Kinder und Jugendlichen für 9 Euro ins Ausland verkaufen. Mitten in Deutschland traf unser Reporter einen Mann, dessen neun Jahre alte Pflegetochter auch verkauft werden sollte - für rund 2000 Dollar an einen 64-Jährigen.

In manchen Regionen dieser Welt sind diese barbarischen Rituale, die aus Menschen eine reine Ware machen, perverse Praxis. Es sind Geschichten von Zwangsheiraten, von Kindern, die in eine Welt gezwungen werden, die man sich nicht vorstellen möchte.

Basira und Nadma wurden wieder freigekauft und dürfen wieder Kinder sein

Basira, ein 8-jähriges Mädchen aus Afganistan hat schon viel in ihrem Leben mitgemacht. Man merkt ihr nichts an, sie ist ein fröhliches kleines Mädchen. Nach einem Brandunfall in ihrem Heimatland kam Basira in ein Bundeswehrkrankenhaus im Kundus, wurde nach Deutschland ausgeflogen. Ihr kompletter Oberkörper ist verbrannt, nachdem ihr Kleid beim Spielen Feuer gefangen hatte. Zig Mal mussten Hamburger Spezialisten sie operieren, mehr als zwei Jahre lebte sie in Deutschland bei einer Pflegefamilie.

Der Apotheker Jamal Said ist Basiras Pflegevater. Er kümmerte sich um sie, bis sie wieder nach Afghanistan zurückkehren musste. Da war Basira neun Jahre alt. Er blieb in Kontakt mit dem Mädchen und kurz nachdem sie zurück war, sollte Basira zwangsverheiratet werden. Für 2.000 Dollar sollte Basira an einen über 60Jährigen verkauft werden. Das Geld sollte der Familie zum Überleben helfen, denn dort in Afghanistan geht es allen schlecht. Obwohl solche Zwangsehen dort veroten sind, gehören sie dort zu einer immer wieder praktizierten Tradition. Nur durch ihren "Schutzengel" aus Deutschland hatte Basira das Glück, diesem grausamen Schicksal zu entgehen. Der Pflegevater aus Deutschland kaufte Basira frei.

Nadma aus Afganisten ist ein zweites tragisches Beispiel. Nadma ist sieben Jahre alt und schon seit einem Jahr verheiratet: Sie trägt als Zeichen ihres Ehestandes trägt sie ein blaues Kopftuch und einen Ehering am Finger. Ihr Vater verkaufte das kleine Mädchen mit 6 an einen 19 Jahre alten Mann – weil er Schulden bei dessen Familie hatte. Erst ein Jahr später befreite eine US-Anwältin das Kind, sie beglich die ausstehenden Schulden des Vaters.

Diese beiden Fälle sind bezeichnend und lassen die gegenwärtige Situation der verschleppten Mädchen noch grausamer erscheinen.

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