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Zusatzversicherung: So sorgen Sie richtig vor

Zusatzversicherung: So sorgen Sie richtig vor
Eine private Zusatzversicherung kann für eine gute Gesundheitsversorgung hilfreich sein © picture alliance / Bildagentur-o, C.Ohde/Bildagentur-online

Lohnt es sich?

Immer mehr Deutsche entscheiden sich für eine private Zusatzversicherung, um in verschiedenen Krankheitsbereichen auch weiterhin gut abgesichert zu sein. Denn die Krankenkassen zahlen längst nicht mehr alles. Die am häufigsten gewählten Tarife in der privaten Krankenzusatzversicherung sind die Ergänzungstarife. Die gibt es für den Bereich Zahnersatz (teilweise auch Zahnbehandlung, Inlays), für Heilpraktiker-Behandungen, Brillen, Kontaktlinsen, Kurkosten, Massagen sowie Leistungen bei Auslandsaufenthalten.

Zahnersatz

Mit Hilfe einer Zahnzusatzversicherung kann ein Patient die Kosten, die bei einem Zahnarztbesuch anfallen, minimieren. Allerdings lohnt sich ein Vergleich vor dem Abschluss einer Zahnzusatzversicherung, denn unterschiedliche Versicherungsanbieter übernehmen auch recht unterschiedliche prozentuelle Anteile der Behandlungskosten. Manche Versicherungsanbieter werben beispielsweise mit einer Zahnzusatzversicherung in deren Umfang ein pauschaler Prozentsatz von beispielsweise 30 Prozent des gesamten Rechnungsbetrags erstattet wird.

Häufig gibt es dabei jedoch die Einschränkung, dass zusammen mit dem Zuschuss der gesetzlichen Krankenversicherung ein Prozentsatz von 80 bis 90 Prozent nicht überschritten werden darf. Dieses Erstattungsmodell eignet sich also selten für Patienten, die dank regelmäßiger Zahnarztbesuche von der gesetzlichen Krankenkasse ohnehin schon 65 Prozent der Kosten erstattet bekommen.

Andere Zahnzusatzversicherungen erstatten einen pauschalen Betrag von den Kosten, die nach Abzügen der Krankenversicherungszuschüsse bestehen bleiben. Ein weiteres Modell bietet die Aufstockung des Krankenkassenzuschusses auf einen bestimmten Prozentsatz, beispielsweise 90 Prozent, an.

Brillen und Sehhilfen

Zusatzversicherung: So sorgen Sie richtig vor
Kinder bis 14 Jahre bekommen einen Zuschuss für ihre Sehhilfe. © picture alliance / Bildagentur-o

Erwachsene bekommen in der Regel keinen Zuschuss für ihre Sehhilfe. Bei Kindern sieht das glücklicherweise noch anders aus. Kinder bis 14 Jahre bekommen von ihrer gesetzlichen Krankenversicherung einen Zuschuss, der eine bestimmte Obergrenze jedoch nicht überschreiten darf. Ab 14 Jahre wird der Zuschuss nur noch gewährt, wenn sich die Sehleistung des Kindes um mindestens 0,5 Dioptrien verschlechtert hat.

Hat man eine private Brillenzusatzversicherung abgeschlossen, so bleibt der Versicherte nicht auf den Kosten für die benötigte Sehhilfe sitzen. Allerdings variieren die Erstattungsmodelle der einzelnen Zusatzversicherungen erheblich voneinander. So kann es sein, das eine private Zusatzversicherung erst dann einen Großteil der Kosten erstattet, wenn sich die Sehstärke um 0,5 Dioptrien verändert hat. In der Regel gibt es hier aber auch bestimmte Höchstgrenzen, die je nach Tarif nicht überschritten werden dürfen. Alles was darüber anfällt, muss der Brillenträger selbst zahlen. Es gibt aber auch Versicherungen, die entweder jedes Jahr oder alles zwei bis drei Jahre einen bestimmten Prozentsatz der Kosten für eine neue Brille übernehmen. Aber auch hier gilt häufig eine vorher vertraglich festgelegte Obergrenze.

Heilpraktiker

Zusatzversicherung: So sorgen Sie richtig vor
© Gerhard Seybert - Fotolia, Gerhard Seybert

Bevor sie die Dienste eines Naturheilpraktikers in Anspruch nehmen, sollten Sie sich bei Ihrer Krankenkasse erkundigen, ob diese bestimmte Behandlungsmethoden unterstützt.

Wer dauerhaft die Behandlung durch einen Heilpraktiker für sich und seine Gesundheit in Anspruch nehmen möchte, dem ist unter Umständen mit dem Abschluss einer Heilpraktikerzusatzversicherung geholfen. Je nach Versicherungsanbieter werden zwischen 50 und 80 Prozent der Behandlungskosten durch die private Heilpraktikerzusatzversicherung übernommen. Dabei wird als Abrechnungsgrundlage auf das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker und das Hufelandverzeichnis zurückgegriffen. Nachfragen lohnt sich also. Dann klappt's mit der Gesundheit und mit der Kostenkontrolle.

Und nicht zu vergessen

Nicht zu vergessen bei einem Vertragsabschluss einer privaten Zusatzversicherung:

Beantworten Sie alle Gesundheitsfragen im Antrag wahrheitsgemäß: Krankenhausaufenthalte, Kuren, ambulante Behandlungen, Beratungen und Untersuchungen durch Ärzte in den letzten Jahren sind zu melden. Eine harmlose Erkältung muss nicht angegeben werden, chronische Leiden wie z.B. Kopfschmerz dagegen schon.

Falsche Angaben fliegen auf und haben mitunter strafrechtliche Folgen.

Bei den meisten Zusatzversicherungen besteht eine Wartezeit von acht Monaten. Häufig gelten bei einigen Krankenzusatzversicherungen in den ersten Jahren für bestimmte Leistungen Summenbegrenzungen.

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