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Zungenschrittmacher bei Schlafapnoe: Operation gegen Schnarchen

Dieser Zungenschrittmacher beendet das Schnarchen
Dieser Zungenschrittmacher beendet das Schnarchen Hilfe bei Schlafapnoe 00:03:27
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Gefährliche Schlafapnoe: Zungenschrittmacher soll helfen

Schnarchen ist total lästig - und das nicht nur für die Person, mit der man das Bett teilt. Ganz besonders leiden die Betroffenen selbst: Die Atemaussetzer schlagen nämlich auf Herz und Kreislauf. Ein Zungen-Schrittmacher soll nun Abhilfe verschaffen.

Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen und das Gefühl, erledigt zu sein - und das trotz regelmäßigem Schlaf? Wem diese Symptome bekannt vorkommen, der leidet möglicherweise an Obstruktiver Schlafapnoe (OSA). Nacht für Nacht ringen Betroffene nach Luft, ohne es zu wissen. In Deutschland soll etwa jeder Zehnte darunter leiden. Grund dafür ist die im Schlaf erschlaffende Muskulatur: Die Zunge sackt zurück in den Rachen und versperrt die oberen Atemwege. Der Schlafende bekommt dann keine Luft mehr, bis schließlich der Körper reagiert, Stresshormone ausschüttet und den Schlafenden zum Aufwachen zwingt.

Das Schlimme: Durch die Krankheit steigt das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Doch ein Zungenschrittmacher soll das nun verhindern. Hans Hüttel, der selbst betroffen ist, hat sich diesen implantieren lassen. Im Video sehen Sie, ob er wirklich Erfolge bringt. Außerdem erklärt Neurochirurg Prof. Gregor Antoniadis, was ein Zungenschrittmacher ist und wie er funktioniert.

So funktioniert der Zungenschrittmacher

Der Zungenschrittmacher wird - wie auch ein Herzschrittmacher - unter das Schlüsselbein eines Patienten eingesetzt. Eine Sonde, die von dem Gerät zu Muskeln zwischen den Rippen führt, registriert, wann der Patient im Schlaf einatmet. Dann sendet der Schrittmacher zeitgleich einen Stromimpuls an den Zungennerv. Dieser wird dadurch gereizt, die Zunge streckt sich nach vorne und gibt so die Atemwege wieder frei.

Die erste große Studie dazu, die im 'New England Journal of Medicine' erschien zeigt: Ein Zungenschrittmacher ist äußert erfolgreich. 126 Patienten haben sich der Operation unterzogen. Bei dem Großteil wurden die Atemaussetzer um etwa 68 Prozent reduziert. Doch noch ist die Behandlung mit etwa 20.000 Euro sehr teuer und nicht alle Betroffenen sind für den Eingriff geeignet. Ausschlusskriterien seien beispielsweise ein kleiner Kiefer oder auch Übergewicht. Doch die Forscher sind optimistisch, dass mit dem Erkenntnisgewinn bald auch weitere Patienten für die Behandlung infrage kommen. Damit würden langfristig auch die Kosten sinken.

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