LIEBE LIEBE

Zum ersten Mal nackt vor dem neuen Partner: Bloß nicht schämen!

So machst du nackt vor ihm eine gute Figur
So machst du nackt vor ihm eine gute Figur Neuer Partner 00:01:25
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Warum Frauen Angst haben, sich das erste Mal nackt zu zeigen

Ich bin kein großer Freund von Abenteuern. Ich meide Achterbahnfahrten und Erlebnis-Urlaube, ich schwimme nicht in offenen Gewässern, wenn dort Badeverbot herrscht. Ich finde, das Leben ist aufregend genug und bietet genügend Gelegenheiten für Adrenalinstöße. Eine der heftigsten Ausschläge aus dem zwischenmenschlichen Bereich: sich einem neuen Partner zum ersten Mal nackt zeigen.

Schon wenn ich diese Zeilen schreibe, wird mir blümerant. Ich stelle mir das bildlich vor und kriege Schnappatmung: Ein feines Essen, gute Gespräche, tiefe Blicke. Das stille Einverständnis: Gleich machen wir es zum ersten Mal. Gleich siehst Du mich zum ersten Mal pur. Ohne Hemd und ohne Höschen, ohne Shaping-Unterwäsche. Sich darauf einzulassen, das ist ein Abenteuer, das die meisten Frauen aus der Bahn wirft!

Selbst jene, die eigentlich ein gesundes und liebevolles Verhältnis zu sich selbst haben. Doch gerade, wenn es einen total erwischt hat, ist es mit der Nacktheit so eine Sache. Irgendwie ist man als verliebter Mensch nackter als nackt. Vielleicht, weil die Seele schon längst bloßliegt, bevor man die Hose oder den Rock im buchstäblichen Sinne heruntergelassen hat. Jede Delle am Körper, die einen stört, stört einen noch viel mehr, wenn man denkt, dass man dem anderen gefallen muss, weil er die allergrößte Liebe ist. Das klingt zunächst paradox. Handelt es sich bei diesem Mann um die wirklich große Liebe, was zählt dann eine Delle? Er müsste einen ja im Falle einer Jahrhundertliebe genauso zurücklieben und ergo jede Delle lieben. Wenn nicht, ist es keine Liebe.

Das stimmt. Aber daraus wird erst ein Schuh, wenn man sich kennt, wenn man länger zusammen ist. Wenn man sich wirklich in jeder Hinsicht nackt zeigen kann, wenn man sich vertraut, seelisch und körperlich.

Hemmungen davor zu haben, ist normal!

Bei der Nackt-Premiere zappeln einfach die Nerven, man macht sich schier verrückt, weil der Gedanke einen quält, dass sich die Hoffnung auf eine wunderbare Liebesbeziehung zerschlägt wegen dieser bekloppten einen Delle oder wegen mehrerer Dellen.

Im Grunde genommen ist die Delle ein Symbol: Sie steht für die grundsätzliche Angst, dass ein Liebesglück sich als Seifenblase entpuppt.

Was kann man tun, um sich selbst zu helfen, wenn der Moment gekommen ist, wo die Hüllen fallen? Ich meine, man sollte zu seiner Angst stehen. Man darf sich durchaus verstecken. Man muss nicht vor dem Mann nackt herumtanzen, bevor man das erste Mal Sex hat. Man sollte es sich erlauben, etwas verschämt zu sein, das Licht zu löschen oder zu dimmen, rasch unter die Bettdecke zu schlüpfen. Und dann Liebe machen und schauen, was diese bewirkt.

Ist der Mann im Bett nämlich ein Kandidat für eine ernsthafte Liebesgeschichte, sieht die Welt am nächsten Tag bereits ganz anders aus! Der erste Sex löst, so es sich um eine echte Liebe handelt, einen beachtlichen Teil der Barrieren. Da erwacht man am nächsten Tag selig, da hopst man vielleicht nicht gleich aus dem Bett und präsentiert alle möglichen Dellen im gleißenden Morgenlicht. Doch der Anfang ist gemacht. Die Bettdecke rutscht vielleicht weg, Huch – da ist eine Delle zu sehen. Hilfe. Der Mann schaut einen allerdings derart verliebt an, dass man sich plötzlich schön und frei fühlt. Man duscht zusammen, ist noch gehemmt, nimmt beim ersten Mal vielleicht besonders viel Seife, so dass man die Delle nicht sieht. Aber der Dammbruch nähert sich, Dellen verlieren an Bedeutung.

Auf diese Weise geht es Schritt für Schritt weiter. Seele und Körper halten quasi Schritt miteinander, gleichen sich an. Das zweite Mal Ausziehen fällt leichter. Nach einer Weile schließlich erlebt man das Nacktsein wie Eva vor dem Biss in den Apfel: Paradiesisch.

Alles Liebe, Eure Birgit

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