Zu schnell: Polizei zwingt Frau in den Wehen mit Waffe zum Stoppen

Zu schnell: Polizei zwingt Frau in den Wehen mit Waffe zum Stoppen

"Lieber Gott, wir können das Baby nicht im Auto bekommen!"

Schneller als die Polizei erlaubt: Ein SUV ist der Nähe von Fort Dodge im US-Bundesstaat Iowa über den Highway gerast, bis die Polizei das Auto mit Straßenspikes zum Anhalten zwang. Dabei hatte der SUV-Fahrer allen Grund zur Eile: Seine Frau hatte Wehen und er wollte sie schnellstmöglich zum Krankenhaus bringen.

Das Ehepaar Ben und Rachel Kohnen fuhr morgens gegen vier Uhr zum Krankenhaus - allerdings 50 Kilometer pro Stunde schneller, als erlaubt. Sie fuhren an einem Polizisten vorbei, der den rasanten Fahrstil überhaupt nicht gut fand. "Er fing an, mir zu folgen und machte Lichtzeichen. Aber meine Frau sagte, dass wir nicht anhalten können, da das Baby jetzt komme", erzählte Ben Kohnen dem Fernsehsender 'Who TV'. Denn die Mutter von drei Kindern hatte Wehen und dachte, dass sie es sonst nicht rechtzeitig ins Krankenhaus schaffen würden. "Ich schrie so etwas wie: 'Oh, lieber Gott, wir können das Baby nicht im Auto bekommen'", erinnerte sich Rachel Kohnen.

Vorher hatten sie versucht, den Rettungsdienst zu rufen - aber in der Notrufzentrale wurde Rachel wahrscheinlich nicht verstanden, schließlich hatte sie bereits Wehen. "Ich habe wie eine Verrückte ins Telefon geschrien", beschrieb die Mutter. Also machte sich das Paar auf den Weg - und setze sich über Geschwindigkeitsbegrenzungen hinweg. Am Ortsrand von Fort Dodge warteten dann Kollegen des Polizisten, der sie vergeblich zum Halten bringen wollte. Die Polizei hatte eine Straßensperre mit Spikes errichtet – und ab diesem Zeitpunkt wurde es dann erstmal richtig unangenehm für Rachel.

Alle vier Reifen waren platt, Ben und Rachel mussten aussteigen, sich auf den Boden knien und wurden sogar mit der Waffe bedroht - bis die Polizei merkte, dass es sich um einen Notfall handelte. Rachel wurde ins Krankenhaus gebracht und eine Stunde später war Töchterchen Hazel da. Die Kleine wog rund 4.500 Gramm. "Ihr geht es richtig gut", erzählten die Eltern. Polizeichef Tom Ritter erklärte, dass zurzeit nicht gegen die beiden ermittelt werde, aber dass das die zuständige Staatsanwaltschaft entscheiden muss, ob das so bleibt.

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