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Zika-Virus gefährlicher als angenommen: WHO spricht Reisewarnung für Schwangere aus

Zika-Virus ist gefährlicher als angenommen
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Reisewarnung der WHO

Das Zika-Virus ist nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Schwangere gefährlicher als bisher angenommen. Zwar fehlten weiterhin letzte Beweise dafür, dass das Virus Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen (Mikrozephalie) verursache. Aber es sei klar, dass das Virus auch die Plazenta oder das Nervensystem schädigen könne, sagte WHO-Direktorin Margaret Chan. „Mikrozephalie ist nur eine von verschiedenen möglichen Anomalien.“

Schwangere bei der Blutabnahme
Das Zika-Virus stellt für Schwangere eine ernstzunehmende Gefahr dar © Vadim Zholobov

Das Virus finde sich in Blut und Hirngewebe von lebend oder tot geborenen Föten. Grund zu großer Sorge sei außerdem, dass der Erreger häufiger als bisher angenommen durch Geschlechtsverkehr übertragen werden könne. „Das ist alarmierend“, sagte die WHO-Direktorin.

Die WHO hat bisher auf eine generelle Reisewarnung verzichtet. Allerdings warnte sie nun Schwangere davor, in betroffene Gebiete zu reisen. Werdende Mütter, deren Sexualpartner in betroffenen Gebieten lebten, sollten während der Schwangerschaft nur geschützten Geschlechtsverkehr haben. Die Expertenkommission empfahl, gegen die Ausbreitung der krankheitsübertragenden Moskitos „mit besonderer Dringlichkeit“ zu kämpfen.

Schwangere sollten diese Länder meiden

Die Gesundheitsorganisation hatte wegen der Ausbreitung des Zika-Virus vor allem in Brasilien vor fünf Wochen den globalen Gesundheitsnotfall ausgerufen. Zika ist bisher in mehr als 50 Ländern nachgewiesen worden. Das Virus wird vor allem von Stechmücken übertragen.

Es liege in der Verantwortung eines jeden Staates, betroffene Gebiete genau zu bezeichnen, sagte der Vorsitzende des Notfall-Komitees, David Heymann. „Und es liegt in der Verantwortung der Frauen zu entscheiden, ob sie reisen wollen oder nicht.“

Zika ist als Erreger bereits seit fast 70 Jahren bekannt. Die Krankheit hatte aber bisher noch nie solche gravierenden Folgen. Allein in Brasilien werden 4222 Verdachtsfälle von Schädelfehlbildungen untersucht. In 82 von 641 eindeutigen Mikrozephalie-Fällen war bei den Müttern eine Ansteckung mit Zika nachgewiesen worden.

Besonders vor Reisen in diese Länder warnt die WHO schwangere Frauen:

Karibik: Jamaica, Barbados, Curaçao, Dominikanische Republik, Guadeloupe, Haiti, Jungferninseln, Martinique, Puerto Rico, Saint Martin

Zentralamerika: Aruba, Bonaire, Costa Rica, Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Honduras, Panama

Südamerika: Französisch-Guayana, Guyana, Suriname

Pazifik: Samoa, Amerikanisch-Samoa, Tonga

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