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Zika-Virus: Erstes Baby mit Mikrozephalie in Europa geboren

Das Zika-Virus ist in Europa angekommen
Das Zika-Virus ist in Europa angekommen Infiziertes Baby in Spanien geboren 00:00:31
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Das Zika-Virus: Neugeborenes mit Missbildungen in Spanien

Das Zika-Virus hat Europa längst erreicht - nun gibt es das erste 'Zika-Baby': In Spanien hat eine Frau, die mit dem gefährlichen Virus infiziert ist, ihr Kind zur Welt gebracht. Die Mutter soll sich während einer Reise in Lateinamerika angesteckt haben. Das Neugeborgene ist jetzt mit entsprechenden Hirnschäden zur Welt gekommen.

So sehen Babys mit Archivbild/dpa aus
© dpa, Rafael Fabres

Es handele sich um den ersten Fall eines Neugeborenen mit der vom Zika-Erreger verursachten Mikrozephalie in Europa, sagte der Leiter der Neonatologie-Abteilung des Krankenhauses Vall d'Hebrón, Félix Castillo. Nach dem Kaiserschnitt sind Mutter und Kind aber in einem stabilen Zustand. Um die Familie und das Neugeborene selbst zu schützen, werden Name und Geschlecht des Babys geheim gehalten.

Bereits im Mai, während der 20. Schwangerschaftswoche hat die Mutter von der Fehlbildung ihres Fötus erfahren. Dennoch hat sich die Spanierin gegen eine Abtreibung entschieden. Das Kind ist jetzt mit einer Schädel- und weiteren Fehlbildungen auf die Welt gekommen, so die zuständigen Ärzte der Entbindungsstation des Krankenhauses in Barcelona. Das Gehirn des Kindes werde aber “wahrscheinlich nicht gut funktionieren“, so dass es “auf Betreuung angewiesen“ sein werde, so Castillo. Das Ausmaß der neurologischen Schäden könne man allerdings noch nicht vorhersagen.

Das Zika-Virus: War nochmal was?

Das Zika-Virus wird meistens von Mücken übertragen. Insbesondere tritt es in Afrika und im pazifischen Raum auf. Aktuell breitet sich das Virus aber auch in Mittel- und Südamerika aus. Die Symptome einer Zika-Virus-Infektion sind häufig Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Ein kausaler Zusammenhang zwischen einer Zika-Virus-Infektion in der Schwangerschaft und Hirnfehlbildungen beim ungeborenen Kind wird inzwischen als gegeben angesehen.

Haben wir Zika unter Kontrolle?

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm hatte bis Mitte Juli innerhalb der EU-Länder drei Schwangerschaften registriert, bei denen das Ungeborene Fehlbildungen durch Zika hatte - eine in Slowenien und zwei in Spanien. Das Kind in Slowenien sei bereits abgetrieben worden, teilte das ECDC auf Anfrage mit. Alle Schwangeren hätten sich auf Reisen infiziert.

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