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Zika-Virus: Erste Übertragung durch Sex gemeldet

Behörden melden erste Infektion durch Geschlechtsverkehr
Behörden melden erste Infektion durch Geschlechtsverkehr Gefährliches Zika-Virus 00:00:23
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Bisher haben vor allem Mücken das Zika-Virus übertragen

Dass es theoretisch möglich ist, wussten die Gesundheitsbehörden schon. Nun ist die Theorie Realität geworden: In den USA wurde erstmals eine Zika-Infektion durch ungeschützten Sex gemeldet.

Reagenzglas mit Aufschrift Zika
Forscher stehen wegen des Zika-Virus vor einem großen Rätsel © REUTERS, MARIANA BAZO

Der Patient aus dem Bundesstaat Texas habe sich beim Sex mit einem Menschen infiziert, der aus einem vom Virus stark betroffenen Land zurückgekehrt war, meldete die Gesundheitsbehörde in Dallas. "Jetzt wissen wir, dass das Zika-Virus durch Sex übertragen werden kann", sagte Zachary Thompson, Direktor der texanischen Gesundheitsbehörde. Das Geschlecht der Betroffenen nannte Thompson nicht.

In Brasilien steigt unterdessen die Zahl der bestätigten Schädelfehlbildungen bei Babys. Es ist das bisher am stärksten betroffene Land. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, stieg die Zahl von 270 auf 404 - in 17 Fällen konnte nachgewiesen werden, dass sich schwangere Frauen zuvor mit dem Zika-Virus infiziert hatten. Zudem werden derzeit noch 3.670 Fälle mit einem Verdacht auf Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) untersucht.

Das von Stechmücken übertragene Virus steht im Verdacht, durch eine Infektion von Schwangeren bei Neugeborenen zu schweren Schädelfehlbildungen zu führen.

Mikrozephalie kann auch andere Ursachen haben

Am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen globalen Gesundheitsnotstand wegen der Zika-Gefahr ausgerufen. Bislang ist das Virus innerhalb weniger Monate in mehreren Regionen Lateinamerikas aufgetaucht. Das Zika-Virus wird vor allem durch die Mückenart Aedes aegypti übertragen. Mikrozephalie kann aber auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Röteln während der Schwangerschaft.

Sechs Monate vor den Olympischen Spielen in Brasilien sorgt der Gesundheitsnotstand wegen des Zika-Virus für große Verunsicherung. Gastgeber Brasilien empfahl Schwangeren, die Spiele im August zu meiden. Für Athleten und andere Besucher bestehe aber keine Gefahr, sagte der Stabschef des Präsidialamtes, Jaques Wagner.

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