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Zerrung der Adduktoren: Was steckt hinter einer Leistenzerrung?

Adduktorenzerrung
Gerade Fußballer beanspruchen die Adduktoren oft. © Andreas Lindlahr +491734558080

Entstehung und Symptome einer Leistenzerrung

Die Adduktoren befinden sich an der Innenseite des Oberschenkels und erstrecken sich vom Schambein bis zum Unterrand des Oberschenkelknochens. Der Name dieser Muskelgruppe ist hier Programm: Denn die Adduktoren ("Hinführer") sind für die Adduktion, sprich das seitliche Heranführen eines Körperteils an die Körpermitte, verantwortlich. Außerdem stabilisieren diese Muskeln im Beim das Becken. Adduktoren gibt es aber auch im Daumen und im Fuß.

Wie in jedem anderen Muskel auch, kann es in den Adduktoren zu Verspannungen oder Zerrungen kommen, die sehr schmerzhaft sein können. Bei einer Verspannung des Muskels, auch Muskelverhärtung genannt, schmerzt der Muskel beim Berühren oder Bewegen, da er permanent anspannt. Durch fehlende Flexibilität entsteht dann der Schmerz. Eine sogenannte Leistenzerrung (Adduktorenzerrung) ist eine Überdehnung des Muskels, die sogar zu Muskelfaserrissen führen kann. Diese erkennt man an einem stechenden Schmerz, Schwellungen, Blutergüssen oder Krämpfen im Bein, die die Bewegung des Beins einschränken und das seitliche Bewegen schmerzhaft machen.

Bei einer leichten Zerrung spüren die Betroffenen die Schmerzen nur während der Belastungssituationen. Eventuell kann der Schmerz aber auch von den Sehnen im Oberschenkel stammen, die den Adduktor mit dem Oberschenkelknochen verbinden.

Gerade Fußballer beanspruchen die Adduktoren oft, wenn sie das Bein seitlich - etwa für einen Schuss mit der Innenseite des Fußes - abspreizen und wieder an den Körper heranführen. Deshalb wird eine Verletzung der Adduktoren oft als Fußballverletzung bezeichnet. Die Beschwerden können durch abruptes, starkes Ausholen des Beins nach außen entstehen - egal, ob beim Sport, durch Ausrutscher oder Spagat-Versuche. Zerrungen können aber auch durch Überbeanspruchungen beim Sport oder falschem Training entstehen.

Vorbeugung und Behandlung einer Leistenzerrung

Eine Muskelverletzung sollte auf jeden Fall behandelt werden, damit der Schmerz nicht chronisch wird. Wenn der Schmerz zum ersten Mal auftritt, findet die erste Behandlung nach dem sogenannten 'PECH-Schema' statt. Zuerst wird eine Pause (P) eingelegt, in der sich der Muskel erholen soll. Dabei soll der Muskel auch mit Eis (E) gekühlt werden. Anschließend wird ein Druckverband angelegt, der als Kompression (C) dienen soll. Danach sollte das Bein hochgelagert (H) werden. Oft gehen die Beschwerden nach der Behandlung dann schon nach etwa zehn Tagen weg. Bei schwereren Verletzungen kann eine Behandlung jedoch wochen- bis monatelang andauern.

Doch auch nach der Erstversorgung sollt der Muskel weiter behandelt werden, damit sich die Muskulatur regeneriert. Dabei kann die Einnahme von Nährstoffen und Rote-Beete-Saft unterstützend sein. Auch Warm- und Kalt-Duschen und Massagen können helfen. Zudem gibt es zahlreiche entzündungshemmende Salben und Ultraschall- und Elektrotherapien. Wichtig ist, dass Sie die Muskulatur nach einer Verletzung erst langsam wieder anfangen zu belasten. Um eine erneute Verletzung zu verhindern, sollte man vor dem Sport die Muskulatur immer aufwärmen und nach dem Training dehnen. Auch durch gutes Krafttraining der Adduktoren kann die Muskulatur gestärkt und das Verletzungsrisiko verringert werden.

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