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Zeckenimpfung: FSME-Impfung schützt nach Zeckenbiss

Das sollen Sie in der Zeckensaison beachten
Das sollen Sie in der Zeckensaison beachten Gefahr einer Infektion mit FSME-Viren 00:00:26
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Zecken: RKI rät dringend zur FSME-Impfung

Mit Blick auf die überdurchschnittlich hohen Zahlen von Hirn- und Hirnhautentzündungen nach Zeckenbissen in den letzten Jahren sowie das steigende Risiko einer Infektion im Süden Deutschlands rät das Robert Koch-Institut (RKI) zu einem besseren Impfschutz. Vor allem Menschen, die in Risikogebieten leben, sollten sich gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen.

FSME-Impfung schützt nach Zeckenbiss
Eine Impfung schützt vor dem Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). © dpa bildfunk

Laut aktualisierter Karte der Risikogebiete besteht vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen und im südöstlichen Thüringen die Gefahr, sich mit der durch Zecken übertragenen Krankheit anzustecken. Einzelne Risiko­gebiete befinden sich außerdem in Mittel­hessen (Landkreis Marburg-Bieden­kopf), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), in Rhein­land-Pfalz (Landkreis Birken­feld) und seit 2014 (mit dem Landkreis Vogt­land­kreis) in Sachsen.

Im Jahr 2015 sind in Deutschland laut RKI 220 Menschen infolge eines Zeckenbisses erkrankt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Infektionen damit um 17 Prozent verringert (2014 waren es noch 265 FSME-Erkrankungen).

Um sich sicher vor FSME zu schützen, hilft nur eine Dreifachimpfung: Zwischen Erst- und Zweitimpfung müssen vier Wochen liegen. Um im Frühjahr geschützt zu sein, sollten Sie sich also am besten Anfang des Jahres impfen lassen. Nach der zweiten Impfung ist der Schutz zwar schon aktiv, aber erst mit der dritten Impfung – etwa drei Monate beziehungsweise zwölf Wochen später – ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Sie sollte alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden. Dann genügt allerdings eine statt einer Dreifachimpfung.

Doch auch wenn das Frühjahr zu Ende geht, empfehlen Experten den Menschen, die in den gefährdeten Regionen leben, arbeiten oder sich im Urlaub dort aufhalten und Kontakt zu Zecken haben könnten, eine Schutzimpfung gegen FSME.

2015 sind 220 Menschen an FSME erkrankt

Bei FSME handelt es sich um eine meldepflichtige Infektion. Die Infektionszahlen schwanken allerdings von Jahr zu Jahr. "2013 war ein eher starkes Jahr", sagt RKI-Expertin Wiebke Hellenbrand. 2012 gab es 195 gemeldete Infektionen, 2011 waren es 424. In den meisten Vorjahren lag die Fallzahl zwischen 200 bis 300 Fällen mit der Ausnahme von 2005 (432) und 2006 (546). 2014 und 2015 sind die Infektionszahlen jedoch wieder zurückgegangen. Die Gründe für die Schwankungen sind vielfältig. "So gibt es einen Zusammenhang zwischen der Zahl der Mäuse, die das wichtigste Wirtstier für die Zeckenlarven und Zeckennymphen sind, und der Zahl der Zecken."

Auch das Wetter spiele eine Rolle. Sind die Sommer warm und nicht zu trocken, seien das gute Bedingungen für Zecken. Ein warmer, langer Herbst könne auch zu mehr Zecken im Frühjahr führen. Und je schöner das Wetter, desto mehr Ausflügler zieht es auch in die freie Natur.

Allerdings trägt nicht jede Zecke das FSME-Virus in sich. Warum sich Infektionen in einigen Regionen Deutschlands - vor allem im Süden - so deutlich häufen, ist Forschern noch ein Rätsel. Anders als Borreliose, der zweiten durch Zecken übertragenen Infektion, gibt es bei FSME kein Gegenmittel. Daher ist die Impfung eine wichtige Schutzmaßnahme.

FSME äußert sich zuerst durch Symptome, die denen einer Grippe ähneln: Typisch sind Fieber, Erschöpfung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit. Nur bei etwa 10 Prozent der Patienten verschlimmern sich die Symptome, sodass auch das Nervensystem betroffen ist. Bei den restlichen 90 Prozent ist die Erkrankung nach etwa vier bis fünf Tagen ausgestanden.

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