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Zecken in der Stadt: Zecken erobern Parks und Gärten

Zecken-Plage in städtischen Parks und Gärten

Zecken fühlen sich in deutschen Städten immer wohler. Ihre Zahl steigt nicht nur in Wald-, sondern gerade in Stadtgebieten. Eine Infektion mit Lyme-Borreliose oder FSME droht nun also auch in städtischen Parks, Gärten und auf Spielplätzen. Manche Bundesländer sind dabei mehr gefährdet als andere.

Zecken in der Stadt: Die Zahl der Zecken in Städten steigt
Zecken in der Stadt: Nach einem Spaziergang im Freien ist es wichtig, den Körper nach Zecken abzusuchen. © dpa, Patrick Pleul

Lyme-Borreliose ist die häufigste Krankheitsart, die von Zecken übertragen wird – bis zu 200.000 Menschen infizieren sich jedes Jahr. Die Krankheit kann zu Gelenk-, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen führen. Borreliose kann mit Medikamenten behandelt werden. Anders ist es bei FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), gegen die es bisher keine Medizin gibt. Die Krankheit kann zur Gehirnentzündung und zur Schädigung des Rückenmarks führen.

Übertragen werden die Krankheiten durch Zecken. Und die verbreiten sich zunehmend auch in Städten. Das liegt daran, dass Deutschlands Metropolen Wirtstieren wie Mäuse oder Ratten, auf denen die Parasiten sitzen, immer mehr Lebensräume bieten - Schuld ist unter anderem das schlechte Müllmanagement der Städte. Dazu kommt dieses Jahr noch der besonders milde Winter - ideal für die Zeckenpopulation.

Weitere Gründe kommen hinzu: „Unsere Stadtgärten werden anders gepflegt als früher, sind naturnaher“ so Franz-Rainer Matuschka, Parasitologe von der Hochschulambulanz der Universität Potsdam gegenüber der Deutschen Presseagentur. Auch moderne Freizeitaktivitäten im Freien wie Joggen und Nordic Walking tragen zum Anstieg der Infektionen durch Zecken bei.

Wo ist das Zeckenrisiko am größten?

Außerdem tragen Katzen anscheinend eine Mitschuld an der Ausbreitung der Zecken. Menschen, die selbst nicht in Parks und Wäldern unterwegs sind, können trotzdem durch ihre Haustiere in Berührung mit den Zecken kommen: „Eine erhebliche Gefahr kann im häuslichen Bereich von Katzen ausgehen“, warnt Matuschka.

Am größten ist das Zeckenrisiko in Süddeutschland. Ausgehend von gemeldeten Fällen von FSME im Jahr 2013 ist Bayern das meistgefährdete Land – hier wurden 174 Fälle der Krankheit gemeldet. In Baden-Württemberg ist die Zahl ähnlich hoch – hier waren es 165 Infektionen. In den andern Bundesländern waren die Zahlen viel niedriger: In Hessen wurden 21 Infektionen verzeichnet, in Sachsen zehn, in Thüringen sechs. Nordrhein-Westfalen hatte fünf Fälle FSME im Jahr 2013, Brandenburg zwei. In Berlin und im Saarland wurde jeweils ein Fall FSME gemeldet.

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