Zalando-Mitarbeiter: "Die Überwachung hat sich verschlimmert"

Zalando: So reagiert der Versandhandel auf die Vorwürfe

Überwachung, ständiger Druck und extrem körperliche Arbeit: Was Reporterin Caro Lobig bei dem Online-Versandhandel Zalando in Erfurt undercover aufdeckte, war erschütternd und löste eine Welle der Entrüstung aus. Sogar der Thüringer Datenschutzbeauftragte schaltet sich ein. Nun reagiert Zalando auf die Vorwürfe.

"Sklaventreiber!", "Schämt euch!" schimpfen User im Netz, nachdem sie von den Enthüllungen gehört haben. Knapp drei Monate arbeitete die Journalistin Caro Lobig als Julia im Lager des Versand-Riesen Zalando. Während dieser Zeit wird sie selbst Opfer von Dauerstress und Bespitzelung. Nach der Ausstrahlung des Berichts wird sogar der Datenschutz auf Zalando aufmerksam. Denn mithilfe der Scanner in ihrer Hand werden Mitarbeiter während der Arbeitszeit überwacht. Jedoch dürften diese Scanner lediglich zur Kontrolle der Waren, nicht aber der Mitarbeiter, benutzt werden.

Zalando selbst kommunizierte, dass sie Mitarbeiter über den Bericht und seine Inhalte informiert wurden und die Kritik an den Arbeitsbedingungen umgehend überprüft würden. Doch Mitarbeiter berichten, wie Zalando Anschuldigungen von sich weist und sie als falsch darstellt. "Die Überwachung durch die Teamleiter hat sich meiner Meinung nach verschlimmert", bestätigt ein anonymer Mitarbeiter aus Erfurt.

Lagerarbeiterin Oksana entschloss sich, offen mit uns zu sprechen. Sie bekam die Reaktionen des Unternehmens nach den Vorwürfen direkt mit und bestätigt auch, dass sich Dinge verbessert haben. Bildschirme, die eine Überwachung der Mitarbeiter möglich machten, sind verschwunden. Im Produktionsbereich soll es zusätzliche Sitzgelegenheiten geben und die Pausenzeiten neu geregelt werden. Außerdem sollen die Führungsmitarbeiter Schulungen bekommen.

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