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Zahnspange: Kosten abhängig vom Grad der Zahnfehlstellung

Wann ist eine Zahnspange wirklich sinnvoll?
Früher peinlich, heute stylisch: Zahnspangen sind bei Kids und Jugendlichen beliebter denn je. © picture-alliance / dpa/dpaweb, --

Zahnspange: Was zahlt die Krankenkasse?

Zahnspangen sind voll angesagt. Seit sie sogar Stars wie Tom Cruise, Gwen Stefani und vor allem Justin Bieber tragen, wollen sie auch immer mehr Kids haben. Oft legen Eltern viel Geld für eine Zahnkorrektur auf den Tisch, die aus medizinischer Sicht gar nicht notwendig ist. Ab wann brauchen Kinder wirklich eine Zahnspange?

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Die Gründe für eine Zahnspange sind unterschiedlich: Prophylaxe von Karies und Parodontitis, Mundatmung (weil die Lippen nicht mehr korrekt schließen), Lispeln oder verminderte Kauleistung und Fehlbelastung.

Die gesetzlichen Krankenkassen teilen die Behandlungsbedürftigkeit von Zahn- und Kieferfehlstellungen in 5 Grade ein. Der Grad ist dabei abhängig von Art und Stärke der Fehlstellung. Wenige Millimeter entscheiden über die Höhe der Kosten und ob Ihre Versicherung dafür aufkommt.

Fehlstellungen der Grade null bis zwei bedürfen keiner dringlichen Zahnkorrektur. Sie werden deshalb auch nur in den seltensten Fällen von den Krankenkassen übernommen. Fehlstellungen mit dem Grad drei bis fünf sind aus medizinischen Gründen dringend korrekturbedürftig und müssen von den Kassen gezahlt oder wenigstens mit finanziert werden.

Zahnspangen bei Kindern: Immer eine zweite Meinung

Kindern eine Zahnspange aus ästhetischen Gründen zu spendieren macht nur dann Sinn, wenn die kleine Fehlstellung großen psychischen Leidensdruck erzeugt. Die Kosten für die Korrekturmaßnahmen sind stark von Dauer und Art der Behandlung abhängig, fangen in der Regel aber bei mindestens bei 2.500 Euro an und können sogar fünfstellig werden.

Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie eine zweite Meinung ein, wenn eine Zahnspange zur Debatte steht. Wo der eine Zahnarzt dringenden Handlungsbedarf sieht, spricht der andere vielleicht noch von einer leichten Fehlstellung. Gleiches gilt für den Kieferorthopäden. Lassen Sie sich auch hier von verschiedenen Kieferorthopäden Angebote machen, denn die Preise variieren stark.

Sehr häufig nehmen Eltern Zusatzleistungen in Anspruch, welche die Kosten ebenfalls beträchtlich erhöhen. Dazu gehören beispielweise eine erweiterte Diagnostik, spezielle Bracket-Bandsysteme oder eine sogenannte "Oberflächenversiegelungen". Lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag mit einer Auflistung aller Zusatzleistungen erstellen und besprechen Sie diese mit Ihrem Zahnarzt.

Gerade bei unkomplizierten Fehlstellungen bietet sich die oft preiswertere lose Zahnspange an. Sie kann beim Sport oder in der Disko herausgenommen werden und die Reinigung ist leicht. Das Problem an der Tragefreiheit ist jedoch oft die Disziplin vor allem jüngerer Zahnspangenträger. Wird sie längere Zeit nicht getragen, sind erreichte Korrekturerfolge schnell für die Katz und die Spange kann erst nach einer Neueinstellung vom Zahnarzt wieder verwendet werden. Entscheiden Sie sich für diese Variante also nur, wenn Sie Ihrem Kind zutrauen, dass es die Spange kontinuierlich trägt. Aus dem vermeintlichen Sparmodel wird sonst eine bittere Fehlinvestition.

Generell gilt: Eine Zahnspange aus ästhetischen Gründen oder weil sie gerade im Trend ist lohnt sich nicht – auch nicht in den Farben der Lieblingsfußballmannschaft. Unter Umständen lohnt sich auch ein Versicherungsvergleich, da nicht jede Krankenversicherung jede Behandlung übernimmt und andere Krankenversicherungen möglicherweise preiswerte Zahn-Zusatzversicherungen anbieten.