YouNow: Cool oder ein gefährlicher Trend im Internet?

Kinder und Jugendliche geben zu viel preis

Bei Kindern und Teenagern ist die Internet-Livestreaming Plattform YouNow derzeit der Renner. Per Webcam präsentieren sich Mädchen und Jungen live aus dem Kinderzimmer der Internetgemeinde. Jeder kann zusehen und im Chat auch gleich Kontakt aufnehmen. Auch deshalb machen sich Jugendschützer Sorgen, denn viele Teenies geben viel zu viel von sich preis. Ist das nun ein lustiger Zeitvertreib oder ein besorgniserregender Trend?

YouNow: Cooler Trend oder gefährlich
So sieht YouNow aus: Man sitzt vor der Kamera und andere User können einem Fragen stellen.

"Hat wer von Euch Lust sich mit mir zu treffen. Ich hab eh nichts zu tun. Also falls jemand wollen würde, einfach reinschreiben." Lucas sendet per Webcam live von zu Hause. Wer ihn mag, schaltet zu, stellt Fragen per Chat, die er dann beantwortet.

"Der Reiz daran ist, auf der Straße erkannt zu werden, als Berühmtheit durchzugehen, vielleicht auch neue Kontakte zu knüpfen mit Leuten, die auch berühmt sind auf YouNow oder YouTube", sagt der 15-Jährige.

Solche YouNow-Berühmtheiten lassen sich über Kategorisierungen schnell finden. Sie senden täglich stundenlang live, tausende gucken ebenso lange zu. "Für die Jugend finde ich das toll, für mich wäre das überhaupt nichts. Mir ist das viel zu technikversiert", sagt Lucas Mutter. Nicht so für zehntausende YouNow-User. Die Jugendlichen geben Beauty-Tipps, singen und tanzen - für jeden, den es interessiert.

Verantwortung liegt auch bei den Eltern

Die Gefahr: In der Live-Situation bleibt nicht viel Zeit zum Nachdenken. Viele Teenager geben unbedacht zu viel über sich preis. Ein Paradies für Pädophile. Besorgniserregend, auch für 'LeFloid', einen YouTube-Star mit über zwei Millionen Abonnenten. "Ihr könnt doch nicht ernsthaft streamen und dabei euren kompletten Namen verraten. Am besten noch euren Heimatort oder euren Schulweg oder sonst was", sagt er in einem seiner Beiträge auf YouTube.

Verantwortung , die auch die Eltern mittragen: "Eltern sollten dafür sorgen, dass Kinder wissen, was sie da tun, welche Daten sie preisgeben, und an wen das alles gelangen kann und den Sinn von Kindern schärfen, dass man da ganz ganz vorsichtig mit umgehen muss", so Christian Zainhofer vom Deutschen Kinderschutzbund.

Zudem birgt YouNow ein gewisses Sucht-Potential, da "Viel-Nutzer" im Rang aufsteigen - und sogar Geld verdienen können. Während viele Eltern nicht mal wissen, dass ihre Kinder überhaupt versuchen, auf solchen Live-Portalen berühmt zu werden. Und das kann vor allem für junge Nutzer sehr gefährlich sein.

Die wichtigsten Tipps, damit Kinder im Internet sicher sind

1. Benutzen Sie das Internet zunächst mit Ihren Kindern zusammen. Wenn die Kinder dann irgendwann alleine surfen wollen, sprechen Sie mit ihnen darüber, was sie im Internet erlebt und gefunden haben.

2. Bestärken Sie Ihre Kinder darin, dass der Instinkt wichtig und richtig ist und dass sie Websites, die ihnen komisch vorkommen sofort verlassen sollten. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über mögliche Gefahren.

3. Wenn Ihre Kinder Chaträume besuchen oder an Onlinespielen teilnehmen, achten Sie darauf, dass dabei keine persönlichen Informationen preisgegeben werden.

Bei folgenden Anlaufstellen finden Eltern und Kinder Hilfe:

Kinderschutzbund 'Innocence in Danger': www.innocenceindanger.de

Aktion 'Nummer gegen Kummer': https://www.nummergegenkummer.de

Telefonische Beratung unter: 116111 (Kinder- und Jugendtelefon) oder 0800/1110 550 (Elterntelefon)

Informationsportal zum Thema Cybermobbing: http://www.cybermobbing-hilfe.de/

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