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X-Beine: Eine einfache Operation kann die Fehlstellung beheben

X-Beine können dank einer neuen Methode gerade wachsen

Die Knie berühren einander, während die Fußknöchel relativ weit auseinander liegen: Viele Kinder leiden an X-Beinen. Das sieht nicht nur unschön aus, es kann mit der Zeit auch ernsthafte Folgen nach sich ziehen. Denn die abnormale Stellung der Knie kann unter anderem zu Hüftproblemen und Gelenkverschleiß führen. Dank einer neuen medizinischen Methode kann diese Fehlstellung nun operativ behoben werden.

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Jährlich werden in der Kinderorthopädie bei Dr. Robert Rödl 120 junge Patienten mit X- oder O-Beinen behandelt. Mittlerweile mit einer neuen Methode, erklärt Dr. Rödl: „Das neue Verfahren lenkt das Wachstum. Das bedeutet, das leicht krumm gewachsene X-Bein wird dazu gebracht, von alleine wieder gerade zu wachsen.“

Bei dem neuen Verfahren wird eine biegsame Klammer aus Titan ins Knie implantiert und die sogenannte ‚Wachstumsfuge‘ im Knie blockiert. Das Wachstum wird an dieser Stelle verlangsamt. Auf der anderen Seite des Knies hingegen nimmt das Wachstum seinen gewohnten Lauf. Dadurch wird die Fehlstellung ausgeglichen. Das Ergebnis ist eine gerade Beinstellung. Wie lange das Implantat im Körper bleiben muss, hängt davon ab, wie krumm die Beine sind.

Die 13-jährige Verena Holzum hat sich vor vier Monaten wegen ihrer X-Beine dieser OP unterzogen. Ihre mittlerweile geraden Beine hat sie der Titanklammer zu verdanken, die sie bald wieder entfernt bekommt. „Das Implantat hab ich gar nicht gemerkt. Auch nicht, als ich mit dem Finger über die Stelle am Knie gefahren bin. Einziger Nachteil ist eine kleine Narbe am Knie", erzählt sie.