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Wurzelbehandlung: Alles rund um Auslöser, Kosten, Zahnkronen und Co.

Das müssen Sie über die Wurzelbehandlung wissen

Wird Karies nicht rechtzeitig bemerkt oder zu lange ausgehalten, können die Bakterien den Zahnschmelz durchbrechen und bis ins Mark vordringen. Oft entzündet sich dann das Innere des Zahns und auch die Zahnwurzel vereitert. Höllische Schmerzen, eine dicke Backe und geplagtes Ausharren im Wartezimmer der Zahnarztpraxis inklusive. Eine Wurzelbehandlung ist dann nämlich oft der einzige Weg, den Zahn noch zu retten und zu erhalten. Eine solche Behandlung wird jährlich von rund acht Millionen Deutschen in Anspruch genommen. Aber ist wirklich immer Karies an der Entzündung schuld? Wir klären alle wichtigen Fragen rund um den Eingriff.

Wann wird die Behandlung angewendet?

Eine Wurzelbehandlung ist immer dann empfehlenswert, wenn sich das Zahninnere entzündet hat. Die Gründe dafür sind vielfältig:

- Tiefe Karies

- Verletzung des Zahnes, zum Beispiel durch einen Sturz

- Fortgeschrittene Zahnfleischentzündungen

- Langanhaltende Fehlbelastung des Zahnes, zum Beispiel durch Knirschen

Wie läuft der Eingriff ab?

Um den betroffenen Zahn erhalten zu können, wird eine Wurzelbehandlung unter Betäubung durchgeführt. Hierbei entfernt der Zahnarzt all das aus dem Zahn, was sich entzünden könnte: den Nerv, die Reste des Marks und das umliegende Gewebe. Ist der Wurzelkanal dann ausgeräumt, werden die Hohlräume mit einer desinfizierenden Lösung mehrmals ausgespült, damit sich keine neuen Bakterien bilden können.

Normalerweise dauert es jetzt sechs Wochen, bis der Zahn endgültig verschlossen wird. Denn erst wenn der Zahn nicht mehr schmerzt, füllt der Arzt die Wurzel mit geeigneten Substanzen wie beispielsweise Zahnzement oder Kunststoff, um sie dicht zu verschließen.

Keine Kostenübernahme bei schlechten Chancen

Was passiert nach der Behandlung?

Da wurzelbehandelte Zähne tot sind, werden sie vom Körper nicht mehr mit Blut versorgt. Deshalb werden sie im Laufe der Zeit brüchig und verfärben sich allmählich bräunlich-grau. Damit das nicht weiter auffällt, kommt häufig eine Zahnkrone zum Einsatz. Doch die Krone hat nicht nur ästhetische Vorteile: Sie sorgt auch dafür, dass der betroffene Zahn über Jahre hinweg stabil bleibt und nicht auseinanderbricht.

Ob die Wurzelbehandlung den Zahn wirklich retten konnte, steht im ersten Jahr noch gar nicht fest. Denn der Erfolg hängt davon ab, wie stark der Zahn schon geschädigt war, wie widerstandsfähig die Wurzeln sind und ob der Zahnarzt die Wurzelkanäle gut reinigt hat, bevor er sie versiegelt. Die Faustregel bei einer Wurzelbehandlung lautet: Wenn zwei Jahre nach dem Eingriff der Kieferknochen an der Wurzelspitze intakt ist, haben Patienten nichts mehr zu befürchten. Bis dahin sollten Sie regelmäßig Ihren Zahnarzt besuchen.

Übernimmt die Krankenkasse die Wurzelbehandlung?

Wenn gute Chancen bestehen, dass der Zahn erhalten bleibt, übernimmt die Kasse die Kosten – andernfalls nicht. Außerdem zahlt die Kasse auch dann einige Leistungen nicht, wenn die Behandlung zu kompliziert wird oder spezielle Techniken zum Einsatz kommen. Zudem gelten bei Backenzähne ganz bestimmte Regeln. Lassen Sie dies im Voraus immer von einem Spezialisten abklären.

Wenn Sie aber auf ein modernes Verfahren bestehen – wie zum Beispiel der Einsatz eines OP-Lasers oder elektrophysikalisch-chemische Methoden – dann müssen Sie dies privat zahlen. Je nach Aufwand und Verlauf der Behandlung kommen dann Kosten von 200 bis 800 Euro auf den Patienten zu.

Was sind die Vorteile der Wurzelbehandlung?

Zwar ist eine Wurzelkanalbehandlung schwierig durchzuführen, doch der Zeitaufwand lohnt sich. Die Vorteile, die sich aus der Wurzelbehandlung ergeben, sind nämlich enorm:

1. Der eigene Zahn wird erhalten und steht somit fest an seinem Platz im Kiefer.

2. Durch den Erhalt wird keine weitreichendere Behandlung – wie beispielsweise ein aufwändiger Zahnersatz – notwendig sein.

3. Der eigene Zahn passt optisch besser in die Zahnreihe – denn die Form bleibt erhalten.

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