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'Wundermittel' Kieselerde: Wie gefährlich ist das Beauty-Produkt?

Kieselerde kann sich nicht nur gut auf unseren Körper auswirken
Die Einnahme von Kieselerde birgt einige Gefahren.

Vorsicht bei der Einnahme von Kieselerde

Viele Frauen schwören darauf: Kieselerde scheint für viele Beauty-Probleme DIE Antwort zu sein. Ob für schöne Haare, feste Fingernägel oder ein straffes Bindegewebe – Kieselerde gilt als Wundermittel. Doch wie wirksam ist das Beauty-Produkt wirklich und welche Nebenwirkungen können bei regelmäßiger Einnahme auftreten?

„Probier’s doch mal mit Kieselerde. Hat bei mir wunderbar gewirkt.“ Haben Sie diesen Satz auch schon mal von einer Freundin gehört, nachdem Sie ihr das Leid von den brüchigen Nägeln oder dem kraftlosen Haar geklagt haben? Dann hat sie Ihnen sicherlich nach bestem Wissen und Gewissen zu dem angeblichen Wundermittel geraten. Doch ist Kieselerde wirklich so gesund für unseren Körper? Mediziner warnen sogar vor möglichen Gesundheitsschäden.

Woraus besteht Kieselerde?

Kieselerde ist grundsätzlich ein etwas unscharfer Begriff für Mineralien und Sedimente mit hohem Siliziumgehalt, die sich ursprünglich wegen ihres Quarzgehalts zur Herstellung von Glas eignen. Die Kieselerde, die wir in Apotheken und Drogeriemärkten kaufen können, ist allerdings ein aus fossilen Algen gewonnenes Pulver in Kapsel- oder Tablettenform. Die Mineralkapseln werden rezeptfrei als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Warum soll Kieselerde so gut für uns sein?

Dass Kieselerde so interessant und gut für unseren Körper sein soll, liegt daran, dass Knochen, Knorpel und Bindegewebe – ja nahezu jede menschliche Zelle – aus Silizium bestehen, dem Hauptbestandteil von Kieselerde. Da unser Körper Silizium nicht selbst herstellen kann, sondern durch die Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen muss, klingt es einleuchtend, dass die Einnahme der Mineralkapseln auch förderlich für den Aufbau unserer Knochen und Haut sein soll.

Kieselerde kann zum Gesundheitsrisiko werden

Ob als Pulver oder als Pillen eingenommen – die Wirkung von Kieselerde sei laut Fachkreisen allerdings überflüssig, so Ernährungswissenschaftler Dr. Stephan Lück. Grundsätzlich sei die Einnahme von Kieselerde nicht gefährlich, wie der Ernährungswissenschaftler im Interview mit RTL.de erklärt. Allerdings ist die Wirkung bislang nicht bestätigt und auch das Versprechen von schöner Haut und kräftigeren Nägeln sei wissenschaftlich nicht belegbar. Auch wenn sich die Hersteller von Kieselerde mitunter auf jahrelange Tradition und Erfahrung berufen. Die Einnahme ist daher zweifelhaft.

Bei einer Überdosierung des Nahrungergänzungsmittels drohen im Einzelfall sogar körperliche Schäden. Die große Menge an Mineralien, die durch die Kieselerde aufgenommen wird, kann unser Körper nämlich nicht besonders gut abbauen. Die Nieren könnten dadurch stark belastet werden und es kommt zu Ablagerungen. Auf dem Beipackzettel wird in der Regel auf das Risiko, dass sich bei einer Überdosierung Harn- oder Nierensteine bilden können, hingewiesen. Aus diesem Grund ist bei der Einnahme also Vorsicht geboten.

Schwangere Frauen sollten die Finger von Kieselerde lassen, da es noch keine ausreichenden Untersuchungen dazu gibt, wie sich das Präparat auf das ungeborene Kind auswirkt.

Wissenschaftliche Untersuchungen zu Kieselerde

Auch diverse Untersuchungen von Kieselerde-Präparaten ließen das Nahrungsergänzungsmittel in keinem guten Licht erstrahlen. Dabei wurden in drei von vier Produkten Quartz und Cristobalit anstelle von Algenpulver gefunden – möglicherweise, weil die beiden Inhaltsstoffe günstiger sind. In der Industrie gelten Quartz und Cristobalit sogar als Gefahrenstoffe, wenn sie als Feinstoffe vorliegen und eingeatmet werden.

Welche Alternativen zu Kieselerde gibt es?

Wer dennoch etwas für schönere Haut, festere Nägel und kräftigere Haare tun möchte, der sollte – statt zu Kieselerde zu greifen – am besten auf seine Ernährung achten. Besonders wichtig sind dabei Biotin, Folsäure und Zink, die Sie zum Beispiel in Vollkornprodukten Hülsenfrüchten, Nüssen oder Eiern finden. Auch siliziumhaltige Lebensmittel sollten hin und wieder auf Ihrem Speiseplan landen. Wenn Sie bei der Ernährung regelmäßig diese Produkte zu sich nehmen, dann können Sie getrost auf die unwirksame Kieselerde verzichten.

Zu den siliziumreichen Lebensmitteln gehören:

  • Kartoffeln
  • Hirse und Weizen
  • Petersilie
  • Blumenkohl
  • Erdbeeren, Weintrauben und Birnen
  • Spinat
  • Erbsen
  • Paprika
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