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Wunder Po: Hilfe bei Windeldermatitis

Wir haben einige Tipps gegen Windeldematitis parat
Windeldermatitis: Wenn der Popo zum "wunden Punkt" wird, ist der Bedarf an hilfreichen Tipps groß. © Tatyana Gladskih - Fotolia

Tipps gegen einen wunden Babypo

Der Anblick der roten, oft mit Pickelchen übersäten zarten Haut ist eine Tortur für die Eltern und eine unangenehme und schmerzhafte Zeit für die Kleinen. Zwei Drittel aller Babys sind von Windeldermatitis betroffen. Von leicht bis extrem: Wenn der Popo zum "wunden Punkt" wird, ist der Bedarf an hilfreichen Tipps groß.

Was ist Windeldermatitis?

Besonders in den ersten Lebensmonaten leiden Babys oft unter einer sogenannten Windeldermatitis. Die zarte Babyhaut wird durch das permanent feuchte Klima und eine aggressive Mischung aus Urin und Stuhl bis an ihre Grenzen belastet.

Manchmal sind es auch allergische Reaktionen auf Feucht- und Öltücher, die den Babypo angreifen. Wenn es dann noch zu lange in dieser explosiven Mischung schmort, wird der im Urin enthaltene Harnstoff zu Ammoniak gespalten und das Baby reagiert mit "Wundsein".

Symptome einer Windeldermatitis

Eine Windeldermatitis äußert sich vor allem in der starken Rötung der betroffenen Stellen. An den Rändern des Ausschlags kann es zu eitrigen Pusteln oder Knötchen kommen. Der Ausschlag kann sich neben dem Windelbereich auch noch auf Beine, Bauch und Rücken ausbreiten.

Auslöser von Windeldermatitis

Essen kann ein Auslöser für Windeldermatitis sein. Sowohl die stillende Mutter als auch das Baby selbst können das "Falsche" gegessen haben. Nicht selten haben auch zahnende Kinder einen roten Allerwertesten. In dieser Zeit ist der Stuhl oft besonders sauer und dünn. Fast schon eine Garantie für einen entzündeten Po gibt es bei Antibiotika und Durchfall.

Pflege und Hausmittel gegen Windeldermatitis

Luft und Liebe sind die Basis für die Genesung des kleinen Popos. Lassen Sie Ihr Baby möglichst viel unten ohne herumstrampeln.

Säubern Sie den empfindlichen Babypo mit lauwarmen Wasser und lassen Sie Feuchttücher weg, die für Reizungen der weichen Haut sorgen können.

Mandelöl aus der Apotheke kann die Feuchttücher ersetzen. Ein paar Tropfen auf ein Kosmetiktuch und damit den Windelbereich säubern und so Windeldermatitis vorbeugen.

Ein lauwarmes Bad mit Kamille oder Eichenrindensud nimmt den Schmerz und beschleunigt den Heilungsprozess.

Der Geheimtipp von Hebammen gegen Windeldermatitis: Muttermilch auf die betroffenen Stellen geben und trocknen lassen.

Klassische Wundheilcreme wirkt oft noch besser als Zinkpasten, die allgemein bei wundem Po empfohlen werden. Sehr erfolgreich sind auch Salben mit Calendula. Bei allen gilt: Immer nur dünn auftragen, sonst kommt zu wenig Luft an die Haut.

Wenn das Baby sehr oft unter einer Windeldermatitis leidet, kann es hilfreich sein, auf Stoffwindeln umzustellen. In Verbindung mit Schafswollhosen (keine Sorge, die kratzen nicht) wird die Haut nicht, wie bei Einwegwindeln, hermetisch abgeriegelt und kann besser atmen.

Durch den hohen Lanolinanteil kann Heilwolle einen entzündeten Po schnell wieder abheilen lassen. Sie sollte bei jedem Windelwechsel mit in die Windel gelegt werden.

TIPP: Hilft auch bei entzündeten Brustwarzen!

Ebenso hilfreich ist "reines Lanolin". Diese Emulsion besteht aus 65 Teilen Wollwachs, 20 Teilen Wasser und 15 Teilen dickflüssigem Paraffin. Es wird direkt auf die Haut aufgetragen.

Eine Therapie mit Rotlicht nach dem Wickeln hilft - durch die trockene Wärme - einen roten Po schnell in den Griff zu bekommen.

Bei der Ernährung alle Säfte weglassen und besser zu Wasser oder verdünntem Tee ohne Zucker greifen.

Wenn Sie stillen, können sogenannte Reizer in die Milch übergehen und die Babyhaut strapazieren. Verzichten Sie auf säurehaltiges Obst und Gemüse. Bevorzugen Sie, auch in der Beikost, mildes Obst, Kompott und gegartes Gemüse.

Wenn es sich bei dem Ausschlag um einen Pilz oder Windelsoor handelt, sollten Sie eine zuckerarme Ernährung bevorzugen, Zucker bietet Pilzen einen hervorragenden Nährboden.

Nacheinander die kritischen Lebensmittel vom Speiseplan streichen. So können Sie herausfinden, auf welches Lebensmittel Ihr Kind reagiert.

Bei einem wunden Po muss noch öfter gewickelt werden als "normal". Minimum: alle drei Stunden.

Wunder Po - wann zum Arzt?

Wird aus der Rötung eine handfeste Entzündung, kann auch ein Pilz oder eine Bakterienentzündung dahinterstecken. Dann ist der Gang zum Arzt unbedingt notwendig.

Erkennen kann man den Hefepilz Candida albicans an dem typischen feuerroten pickeligen Ausschlag, roten Pusteln mit einem weißen Rand, offenen Hautstellen und Schuppungen, der meist um den After beginnt und sich bis zu den Oberschenkeln ausbreitet.

Hat das Baby einen Pilz, ist ein Mundsoor die wahrscheinliche Folge. Soor wird im Windel- und auch im Mundbereich mit einem Medikament behandelt, das die Pilze abtötet und deren Wachstum hemmt, den sogenannten Antimykotika. Meist werden Tropfen oder Salben auf den betroffenen Stellen aufgetragen. Auch die Mutter sollte behandelt werden, selbst wenn sie keine Anzeichen von Soor hat.

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