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Work-Life-Balance: Wissenschaftler fordert drei Tage Wochenende

Experte fordert das 3-Tage-Wochenende
Experte fordert das 3-Tage-Wochenende Bessere Work-Life-Balance für alle! 00:02:01
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4 Tage arbeiten, 3 Tage Wochenende!

Gegen diesen Vorschlag hätte wohl niemand etwas: Ein britischer Wirtschafts-Professor fordert die Einführung eines verlängerten Wochenendes für alle Arbeitnehmer. Vier Tage arbeiten, drei Tage frei - das wäre doch was, oder? Die Reform soll bewirken, dass wir effektiver arbeiten.

In Zeiten, in der eine Work-Life-Balance angestrebt und doch selten erreicht wird, fordert David Spencer, Professor für Wirtschaft an der University of Leed, ein 3-Tage-Wochenende und 30 statt 40 Arbeitsstunden pro Woche. Studien zeigen, dass viele Mitarbeiter am Ende einer Woche mürbe und unglücklich sind. Als Folge hat sich eine neue Volkskrankheit etabliert: Burn-Out. Der Stress im Job steigert das Risiko für einen Schlaganfall, Diabetes Typ 2 oder Herzerkrankungen.

Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist daher sehr wichtig. Spencer wünscht sich, dass Mitarbeiter ihr Leben wieder genießen sollen und glaubt, dass dies durch eine Verlängerung des Wochenendes erreicht werden kann. Denn nur wer erholt an den Arbeitsplatz kommt, kann auch hundert Prozent geben.

Noch klingt das Ganze nach Utopie

In seinem Aufsatz 'Die ökonomische Zukunft unserer Enkel' von 1930, beschrieb Ökonom John Maynard Keynes, wie das Arbeitsleben in 100 Jahren aussehen könnte. Er hatte die Vorstellung, dass die Menschen im Jahre 2030 mit einer 15-Stunden-Woche auskämen, da der technische Fortschritt die Arbeitnehmer entlasten würde.

Andere Experten sind weniger optimistisch, was das 4-Tage-Wochen-Modell angeht. "Ob das automatisch zu einer besseren Gesundheit führt, ist für mich sehr zweifelhaft", sagt Psychotherapeut Dr.Manfred Nelting. Erholung entsteht ja nicht durch Rumsitzen. Die hinzugewonnene Freizeit sollte genutzt werden, um Krankheiten wie Schlaganfällen oder Herzinfarkten vorzubeugen - am besten durch Bewegung.

Noch klingt das Ganze mehr nach Utopie. Vielleicht auch, weil für die Umsetzung alle Beteiligten daran glauben müssen.

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