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Woher kommt Neurodermitis?

Neurodermitis ist genetisch verantag. Doch weitere Auslösefaktoren kommen aus unserer Umwelt.
Neurodermitis ist genetisch veranlagt. Doch weitere Auslösefaktoren kommen aus unserer Umwelt. © dpa, A3250 Oliver Berg

Gene und Auslösefaktoren aus der Umwelt

Mittlerweile steht fest, dass es erbliche Veranlagungen gibt, an Neurodermitis zu erkranken. Nach neueren Erkenntnissen ist eine Mutation des Gens für das Protein Filaggrin verantwortlich. Das spielt eine wichtige Rolle für die Barrierefunktion der Haut und sorgt für eine ausreichende Hautfeuchtigkeit. Bei gesunden Menschen schützen die Hornzellen der obersten Hautschicht gegen schädliche Einflüsse und verhindern durch einen Wasser-Fettfilm Feuchtigkeitsverlust.

Doch die Gene allein sind es nicht. Es gibt weitere Auslösefaktoren aus unserer Umwelt.

Dazu gehören: Stress, andere bestehende Allergien (z.B. Heuschnupfen), das Klima, Ernährung, Infekte.

Nahrungsmittel, Hausstaubmilben, Haustiere und Pollen können die Allergie bei Kindern auslösen. Auch Cremes und Salben, die nicht vertragen werden, sind eine Ursache für die Hautkrankheit. Andere Allergien, zum Beispiel gegen Metalle wie Silber und Nickel in Ringen und Ohrringen, gelten ebenfalls als Ursachen.

So können Allergene, Stress, starkes Schwitzen, zu intensive Hautreinigung oder bestimmte Textilien für Krankheitsschübe sorgen. Gerade bei Kleinkindern kann eine Nahrungsmittelallergie häufig Neurodermitis auslösen.

Eine Störung der Immunabwehr führt auch zu Neurodermitis. Die Frage allerdings ist, was zuerst da war: Die Neurodermitis oder die Schwächung der Immunabwehr. Das eine begünstigt das andere.

Auch das vegetative Nervensystem spielt eine Rolle. Es steuert die nicht bewusst beeinflussbaren körperlichen Tätigkeiten wie Herzschlag und Verdauung. Man geht davon aus, dass das vegetative Nervensystem am Ausbruch der Neurodermitis beteiligt ist, weil sich die Symptome zum Beispiel bei Stress verschlimmern.

Selbst die Jahreszeiten müssen als Ursache für den Ausbruch der Krankheit in Betracht gezogen werden. Im Frühling und im Herbst sind die Symptome meist am schlimmsten. Im Frühling - so wird angenommen - wegen des erhöhten Pollenfluges. Warum es im Herbst besonders juckt, ist noch nicht genau erforscht.

Bei Kindern ist häufig auch Kuhmilch oder Hühnereiweiß für den Ausbruch der Erkrankung verantwortlich. Ein höheres Risiko an Neurodermitis zu erkranken haben Menschen, die Asthma, Heuschnupfen oder Bindehautentzündung haben.

Auch Fettstoffwechselstörungen der Haut können ein Auslöser sein. Bei einer anfälligen und trockenen Haut haben Krankheitskeime leichtes Spiel.

Manche Ärzte und Forscher sind sogar der Meinung, dass auch Impfungen bei Kindern Neurodermitis hervorrufen. Das allerdings ist wissenschaftlich äußerst umstritten.

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