WM-Produkte mit gefährlichen Chemikalien belastet

Rote Karte für Adidas: Greenpeace hat gefährliche Chemikalien in WM-Produkten wie Fußballschuhen, Handschuhen und dem WM-Ball 'Brazuca' gefunden.
Auch der WM-Ball 'Brazuca' ist mit Chemikalien belastet © REUTERS, STRINGER/BRAZIL

Greenpeace findet Schadstoffe in WM-Produkten von Adidas, Nike und Puma

Im Juni startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Entsprechend rechnen die Sportartikelhersteller zu dieser Zeit mit einer großen Nachfrage nach WM-Produkten wie dem Ball ‚Brazuca‘, mit dem auch die offiziellen Spiele ausgetragen werden. Greenpeace hat 33 WM-Produkte untersucht und kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Die meisten dieser Produkte sind mit gefährlichen Chemikalien belastet und können krank machen.

Viele der untersuchten WM-Produkte enthielten perfluorierte Chemikalien (PFC), Nonylphenolethoxylate (NPE), Phthalate und Dimethylformamid (DMF). Diese Chemikalien können unter anderem das Hormonsystem stören, die Fruchtbarkeit schädigen und das Tumorwachstum fördern. Im Fußballschuh ‚Predator‘ von Adidas beispielsweise wurde mit 14,5 Mikrogramm pro Quadratmeter der firmeneigene Grenzwert der besonders gefährlichen PFC-Substanz PFOA um das 14-fache überstiegen.

Auch der Fußballschuh ‚Tiempo‘ von Nike kommt auf einen Wert von 5,9 PFOA Mikrogramm pro Quadratmeter. Die Substanz kann für Schädigungen am Immun- und Fortpflanzungssystem und Erkrankungen der Schilddrüsen verantwortlich sein.

"Adidas erwartet Rekordumsätze von zwei Milliarden Euro mit WM-Produkten. Was die Firma den Fans nicht sagt: Viele Schuhe und Handschuhe sind noch immer mit gesundheitsschädlichen Chemikalien belastet. Sie vergiften die Gewässer in den Produktionsländern. Es ist Zeit für eine rote Karte für Adidas - die Firma muss jetzt handeln", so der Chemie-Experte von Greenpeace, Manfred Santen.

Chemikalien in WM-Produkten: Die Umwelt leidet

Das Tragen der Kleidungsstücke schädigt zwar nicht direkt die Gesundheit, die Chemikalien können allerdings über die Produkte in die Umwelt gelangen und dort Schaden anrichten. Die Länder, in denen die Produkte hergestellt werden, werden besonders belastet. In China zum Beispiel sind heute schon zwei Drittel der Gewässer stark mit Chemikalien verunreinigt.

Getroffen hat es auch ‚Brazuca‘: Der Ball enthält Nonylphenolethoxylat, das hormonell aktiv und giftig für Wasserorganismen ist. Diese Substanz wurde auch in 16 von 21 Fußballschuhen und zwei von vier Handschuhen gefunden. In allen untersuchten Schuhen wurde der Stoff DMF gefunden – ein Lösungsmittel, das in der Schuhproduktion eingesetzt wird und als fortpflanzungsgefährdend und gesundheitsschädlich bei Hautkontakt gilt.

Greenpeace hat schon 20 Unternehmen davon überzeugen können, bis zum Jahr 2020 auf eine giftfreie Produktion umzusteigen. Unter den Unternehmen waren auch Adidas, Nike und Puma. Marken wie H&M und Mango haben bereits mit der Entgiftung begonnen. "Im Namen der Fans und der betroffenen Menschen fordern wir Adidas und Nike auf, einen genauen PFC-Ausstiegsplan festzulegen sowie alle gefährlichen Chemikalien offenzulegen", fordert Santen. Eine Zusammenfassung der Studie samt allen wichtigen Ergebnissen finden Sie auf der deutschen Homepage von Greenpeace.

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