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WM 2014 Brasilien: So gefährlich ist Fußball gucken für das Herz

Fußball bringt das Herz-Kreislaufsystem in Gefahr.
Die WM 2014 in Brasilien ist für das Herz eine große Belastung. © dpa, Wolfgang Kumm

Fußball gucken bringt das Herz in Gefahr

Die WM 2014 in Brasilien ist für das Herz eine große Belastung. Gemeinsam bangen die Fans beim Fußball gucken vor dem Fernseher. Wenn ein Tor für die eigene Mannschaft fällt, geht der Jubel los und die Emotionen kochen über. Das bedeutet für unseren Körper nur noch eines: Stress!

Je nachdem, wie sehr man mitfiebert und leidet, nimmt ein Fußballspiel Fans mehr oder weniger mit. Hat man dann noch eine körperliche Vorbelastung wie z.B. einen hohen Blutdruck, kann ein aufregendes Elfmeterschießen sogar gefährlich werden. Denn unter psychischem Druck sterben mehr Menschen als in Phasen, in denen sie entspannt sind.

Eine Münchner Studie hat die Zahlen der Herzbeschwerden während der WM 2006 ausgewertet und überraschenderweise festgestellt, dass es bei den für Deutschland wichtigen Spielen drei- bis viermal so viele Herzinfarkte direkt vor, während und bis zwei Stunden nach den Spielen gab. Die Wissenschaftler um Dr. Ute Elisabeth Wilbert Lampen und Professor Gerhard Steinbeck vom Klinikum Großhadern der Universität München hatten alle Notarzteinsätze im Großraum München ausgewertet. Dabei war deutlich zu erkennen, dass je wichtiger das Spiel war, desto mehr Notarzteinsätze wegen Herzerkrankungen hat es gegeben.

Die schlimmsten Auswirkungen auf das Herz hatte das Spiel gegen Argentinien, das das deutsche Team erst nach dem Elfmeterschießen mit einem 4:2-Ergebnis gewann. Das Spiel gegen Portugal um den dritten Platz ließ die Fans dann eher kalt, zumindest nach der Zahl der Herz-Notarzteinsätze zu urteilen. Männer waren doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Auch britische Untersuchungen aus dem Jahr 1998 von der University of Bristol haben gezeigt, dass während aufregender WM-Partien die Herzinfarktgefahr rapide ansteigt. Damals fand die WM in Frankreich statt.

Der Grund für die Gefahr ist die emotionale Anspannung, die zur Ausschüttung von dem Stresshormon Adrenalin führt. Sogar Entzündungsreaktionen können dadurch ausgelöst werden. Hat das eigene Team gewonnen, schießt der Körper die glücklich und euphorisch machenden Botenstoffe Dopamin und Serotonin nach. Endorphine senken im Anschluss das Schmerzempfinden. Laut einer US-Studie steigt bei Fans nach einem erfolgreichen Spiel der Testosteronspiegel. Für einen normal gesunden Menschen ist die Gefahr, einen Herzinfarkt durch den Fußballstress zu erleiden relativ gering. Lediglich Menschen mit Herz-Kreislauf Vorerkrankungen sind nach Ansicht von Medizinern gefährdet. Das Fazit: Einfach mal den Ball flach halten.

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