BABY BABY

Wissenschaftler zeigen: So sehen Babys

Dem Baby-Blick auf der Spur

Durch die Augen eines Neugeborenen blicken - das war bislang nicht möglich. Wir konnten nur erahnen, was Babys wirklich wahrnehmen. Jetzt sind Forscher des psychologischen Instituts der Universität Oslo dieser ungeklärten Frage nachgegangen - und die Antwort ist ganz schön erstaunlich.

Denn: Schon am ersten oder zweiten Tag können Babys ihre Mama oder die Hebamme wahrnehmen. Beträgt der Abstand zwischen dem Baby und der angeschauten Person nur bis zu 30 Zentimeter, kann das Baby neben ziemlich genauen Umrissen auch die Emotionen auf dem Gesicht erkennen. Das Baby weiß also, ob es mit Freude begrüßt, schockiert angestarrt oder nicht so freudig empfangen wird.

Ist der Abstand allerdings größer als 60 Zentimeter, kann das Baby sein Gegenüber maximal schemenhaft wahrnehmen. Erst nach und nach entfaltet sich die vollständige Sehkraft.

Das frühe Erkennen von Emotionen erklärt jedoch, warum Babys bereits die Emotionen ihrer Eltern nachahmen können, bevor Sie andere Dinge detailgenau sehen.

Beeinflusst die Länge des fixierens von Personen oder Gegenständen das Risiko für die Ausprägung von Charaktereigenschaften wie Aggresivität?

Forscher um Kostas Papageorgiou von der London Metropolitan University gingen noch einen Schritt weiter. Sie wollten wissen, ob die Länge des Fixierens eines Gegenstandes oder der eigenen Mama einen Einfluss auf die Entwicklung des Charakters habe.

Um diese These untersuchen zu können, beobachteten die Forscher die Fixierungslänge von 180 Babys die bis zu vier Tagen alt waren. Sieben Jahre später wurden die Eltern der mittlerweile Grundschüler befragt, ob sich bei ihren Kindern besondere Auffälligkeiten zeigten und tatsächlich: Kinder, die bei der ersten Untersuchung eine lange Fixierungszeit hatten, waren laut Befragung deutlich weniger aggressiv oder hyperaktiv als Kinder, welche nur sehr kurz Personen oder Gegenstände fixierten.

Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Fixierungslänge eines Neugeborenen und der Wahrscheinlichkeit, dass diese Kinder später aggressiv oder hyperaktiv werden, bestehe.

Die Entwicklungspsycholgin Birgit Elsner weist aber darauf hin, dass auch spätere Einflüsse, wie das familiäre Umfeld, einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes haben. Das bedeutet, auch wenn das Risiko für die Ausprägung von Charaktereigenschaften wie Hyperaktivität oder Aggressivität besonders hoch ist, muss es nicht zwingend zu diesen Verhaltensmerkmalen kommen.

Anzeige