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Windpocken-Welle in Berlin: Alarmierende Zahlen

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Zwei Drittel der Windpocken-Betroffenen sind Kinder unter zehn Jahren, die meisten jünger als fünf Jahre. © Dan Race - Fotolia

Trotz Impfung kann es zu Windpocken-Erkrankung kommen

In der Hauptstadt gibt es derzeit extrem viele Fälle von Windpocken. 2016 registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) fast 40 Prozent mehr Ansteckungen als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres. Besonders betroffen scheinen die Kinder von Impfgegnern.

Laut RKI ist die Zahl der Windpocken-Erkrankungen sprunghaft angestiegen. Pro Woche werden 26 Neu-Infektionen gemeldet. In diesem Jahr steckten sich bereits 1.802 Menschen an, im Vergleichszeitraum 2015 waren es 1.294. Zwei Drittel der Betroffenen sind Kinder unter zehn Jahren, die meisten jünger als fünf Jahre.

Varizella-Zoster-Virus verbreitet sich wie der Wind

Das für die Windpocken verantwortliche Varizella-Zoster-Virus ist hochansteckend. Es verbreitet sich vor allem durch 'Tröpfcheninfektion' - also über kleine Partikel im Atem, durch Husten oder Niesen. Selbst durch das angekippte Fenster verbreitet sich das Virus wie der Wind und löst so die Windpocken aus. Besonders tückisch: das Varizella-Zoster-Virus kann bis zu zwei Tage auch außerhalb des Körpers ansteckend bleiben.

Bei den kleinen Patienten handelt es sich in sehr vielen Fällen um die Kinder von Impfgegnern, wie der Berliner Kinderarzt Dr. Peter Hauber im Gespräch mit 'Bild.de' erklärte. Prinzipiell ist diese typische Kinderkrankheit nämlich durch eine Impfung vermeidbar. Allerdings kann es auch zu sogenannten Impfdurchbrüchen kommen: "Wir erleben auch immer wieder, dass vorschriftsmäßig Geimpfte an Windpocken erkrankt sind", so Dr. Hauber. Seine Erklärung: "Der Vierfach-Impfstoff gegen Windpocken, Masern, Mumps und Röteln wirkt bei manchen Personen nicht effektiv."

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt dennoch zwei Impfdosen: Die erste Dosis des Lebendimpfstoffes wird zwischen dem 11. Und 14. Lebensmonat verabreicht, die zweite Dosis zwischen 15 und 23 Monaten. Und auch im aktuellen Fall empfiehlt die Senatsgesundheitsverwaltung Nichtgeimpften, die Impfung nachzuholen.


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