GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Windpocken: Was dagegen hilft und wie Sie den Juckreiz lindern

Wie gefährlich sind Windpocken?
Wie gefährlich sind Windpocken? Wichtige Fragen und Antworten 00:02:06
00:00 | 00:02:06

90 Prozent aller Erwachsenen hatten Windpocken

Windpocken gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter. 90 Prozent aller Erwachsenen haben die Windpocken als Kind gehabt. Jedes Jahr stecken sich in Deutschland rund 750.000 Menschen mit den juckenden Bläschen an - und zwar nicht nur Kinder. Windpocken sind im Prinzip harmlos, für Babys und Immunschwache sind sie aber eine ernstzunehmende Gefahr. Außerdem besteht das Risiko, als Erwachsener an einer Gürtelrose zu erkranken.

Windpocken: Das sind die üblichen Symptome

Windpocken beginnen mit einem leichten Krankheitsgefühl und gelegentlichem Fieber. Kinder wirken dann oft schlapp und weinerlich. Etwa zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung breitet sich der für Windpocken typische, juckende Hautausschlag von Kopf und Rumpf aus.

Die anfangs hellroten Knötchen werden innerhalb weniger Stunden zu etwa linsengroßen, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen. Nach einigen Tagen platzen diese, trocknen aus und heilen ab. Typisch an diesem Ausschlag ist, dass alle Stadien gleichzeitig auftreten können.

Das hilft gegen den Juckreiz


  • Zinkschüttel-Mixturen auf die betroffenen Stellen aufzutragen, lindert den Juckreiz. Solche Mixturen bestehen unter anderem aus Zink und Talk - deshalb wirken sie entzündungshemmend.
  • Wenn es schon zu eiternden Wunden bekommen ist, ist ein Kräuter-Sud zu empfehlen. 50 Gramm Salbei, 30 Gramm Goldrute und 30 Gramm Hirtentäschel sollten mit einer Tasse Wasser langsam aufgekocht werden. Dann die Mischung sieben. Ein sauberes Leinentuch in die Mischung tränken und auf eiternde Wunden legen. 
  • Auch Antihistaminikia können den quälenden Juckreiz lindern. Die kann der Arzt verschreiben. Außerdem gibt es spezielle Antijuck-Puder oder -Salben in der Apotheke.
  • Es hilft auch, wenn das Kind weite, luftige und weiche Kleidung trägt. Unter eng anliegenden oder kratzigen Klamotten kann der Juckreiz sich schlimmer anfühlen.
  • Juckende Haut kann zudem gut mit Eis beruhigt werden. Dazu einfach ein Kühlakku in ein sauberes Tuch wickeln und auf die juckende Stelle legen.
  • Verwenden Sie milde Seifen ohne Farb- und Duftstoffe beim Waschen oder Duschen. Aggressive Saubermacher können die Haut austrocknen und den Juckreiz verschlimmern.
  • Aufkratzen unbedingt vermeiden: Es können nicht nur Narben, sondern auch Entzündungen entstehen. Schneiden Sie die Fingernägel des Kindes kurz und halten Sie die Hände sauber! So vermeiden Sie Wunden und es gelangen seltener Bakterien in die Pusteln.

Wie lang sind Windpocken ansteckend?

Ein kleiner Junge mit windpocken, aufgenommen am 10.05.2004 in Schweden. Foto Lasse Edwartz/ SCANPIX  +++(c) dpa - Report+++
Windpocken: Der typische Hautausschlag juckt sehr unangenehm. © picture-alliance/ dpa, Lasse Edwartz 20785

Das Erreger-Virus stammt aus der Familie der Herpes-Viren. Es wird zwar auch über Tröpfcheninfektion übertragen, entscheidender ist aber die Ansteckung über den Ausschlag selbst. Die Viren verbreiten sich, wenn die Bläschen platzen. Windpocken können sogar noch in einem großen Abstand von kranken Kindern übertragen werden. Eine Ansteckung zu vermeiden ist daher fast unmöglich. Erkrankte Kinder sind etwa zehn Tage ansteckend und können daher nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen.

Ist die Impfung gegen Windpocken sinnvoll?
Den einzig zuverlässigen Schutz bietet eine Impfung. Während Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln schon lange zum Programm der Kinderärzte gehören, empfiehlt das Robert Koch Institut eine Impfung gegen Windpocken erst seit 2004. Sie sollte im Alter von elf bis 14 Monaten, eine zweite Impfung dann im Alter von 15 bis 23 Monaten durchgeführt werden.

Bin ich danach gegen Windpocken immun?
​Die Mehrzahl der Infizierten ist nach der Erkrankung ein Leben lang immun.

Anzeige