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Wimperntusche im Test: 5 von 21 sehr bedenklich

Wer träumt nicht von seidigen, dichten und fein geschwungenen Wimpern? Viele Mascaras versprechen genau das. Leider enthalten einige bedenkliche Inhaltsstoffe - und die können im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen.
Wer träumt nicht von seidigen, dichten und fein geschwungenen Wimpern? Viele Mascaras versprechen genau das. Leider enthalten einige bedenkliche Inhaltsstoffe - und die können im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen. © picture-alliance/ dpa, Daniel Karmann

Mascaras auf kritische Inhaltsstoffe geprüft

Kaum eine Frau, die nicht von dichten, vollen Wimpern träumt. Mascaras versprechen bis zu 300 Prozent dichter wirkende Wimpern oder einen überwältigenden Schwung. Ökotest hat 21 solcher schwarzen Wimperntuschen unter die Lupe genommen. Der Fokus wurde jedoch nicht auf den verführerischen Augenaufschlag, sondern auf die kritischen Inhaltsstoffe der Tuschen gelegt. Fünf Produkte fielen durch.

Ökotest hat schwarze 21 Wimperntuschen, die mehr Volumen versprechen, getestet. Die Produkte wurden in Drogerien, Parfümerien und in Bio-Märkten gekauft und auf folgende kritischen Inhaltsstoffe hin geprüft: Verbotene Stoffe wie Nitrosamine, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Sie können als Verunreinigung mit den Bestandteilen Triethanolamin (TEA) oder Tromethanin in die Wimperntusche geraten und stehen seit vielen Jahren in der Kritik. Daher wurden alle Produkte, die TEA oder Tromethanin enthalten, auf Nitrosamine hin untersucht.

Auf dem Prüfprogramm standen außerdem Stoffe wie PEG/PEG-Derivate, allergieauslösende Duftstoffe oder Konservierungsstoffe, die hautreizendes Formaldehyd abspalten können. Außerdem wurde geprüft, ob mit speziellen Farbstoffen wie Rußschwarz (CI 77266) oder Pflanzenkohle (CI 7728:1) problematische polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in die Tusche gelangen.

Viele sehr gute Produkte, aber auch fünf Verlierer

Die Bewertung

Ökotest legt den Fokus eindeutig auf die Schadstofffreiheit der Produkte. Die Bürste, das Verpackungsdesign oder die Dosierbarkeit der Tusche spielte für die Bewertung keinerlei Rolle. Negativ bewertet wurde lediglich, wenn der Kunststoffbehälter mit der Tusche in einem zusätzlichen Karton gesteckt hat. Für die Bestnote darf die Wimperntusche weder krebserregende Nitrosamine, Konservierungsstoffe noch künstliche Duftstoffe enthalten.

Das Testergebnis

Ein knappes Drittel der getesteten Produkte wurde mit "sehr gut" bewertet; sechs Mascaras erhielten im Test die Bestnote. Allerdings sind auch fünf Produkte mit "mangelhaft" und "ungenügend" durchgefallen.

So fanden die Tester in folgenden drei Mascaras verbotene Nitrosamine: "Volum’Up Mascara" von Agnes B., "Inimitable Intense Mascara Volume" von Chanel und "Build-Up Mascara Extra Volume" von Isadora. Die Tuschen von Agnes B. und Isadora enthalten sogar mehr als 20 Mikrogramm pro Kilogramm des Nitrosamins NDELA. Produkte mit einem solch hohen Nitrosamingehalt würden vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als nicht verkehrsfähig eingestuft und mit einem Verkaufsstopp verhängt werden.

Bedenkliche Konservierungsstoffe wurden in folgenden Tuschen nachgewiesen: "Pure Minerals Volume Mascara" von Artdeco und "2in1 Volume Mascara" von Essence. Fünf weitere Mascaras enthielten bedenkliche Parabene. Manche davon stehen im Verdacht, eine hormonähnliche Wirkung auf den Körper zu haben.

Ebenfalls in der Wimperntusche von Artdeco konnten die Tester künstlichen Moschus-Duft nachweisen, der sich im menschlichen Fettgewebe anreichert. Dieser kann aber auch über die Abwässer oder beim Baden in die Umwelt gelangen und diese belasten.

Daher gilt: Augen auf beim Tusche-Kauf. Lesen Sie sich die Inhaltsstoffe immer genau durch. Denn Wimperntusche ist nicht gleich Wimperntusche.

(Quelle: Ökotest 04/2012)

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