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Wildes Tierbaby gefunden - und jetzt?

Wildes Tierbaby gefunden - und jetzt?
© Zentralbild, Z1010 Wolfgang Kluge

Das ist zu tun, wenn man ein wildes Tierbaby findet

Wer ein Tierbaby beim Spaziergang findet, weiß oft nicht, was zu tun ist. Ist es verlassen? Braucht es Hilfe? Soll ich es mitnehmen? Zunächst gilt: Nicht jedes einsame Tierbaby ist verlassen. Rehkitze zum Beispiel werden bewusst von ihren Müttern im Feld alleine gelassen, weil die geruchsneutralen Babys dort am sichersten sind. Die Mütter kommen nur zum Füttern zu den Kitzen.

Hat sich ein Tierbaby tatsächlich zu weit vom Nest oder Bau entfernt, finden die Eltern es dennoch wieder. Deshalb gilt: Die Fundstelle mit dem Tierbaby eine längere Zeit beobachten, bevor Sie eingreifen. Sitzt das Tier an einer gefährdeten Stelle, zum Beispiel am Straßenrand, setzten Sie es in der Nähe an einen sicheren Platz. Fassen Sie das Kleine aber auf keinen Fall mit bloßen Händen an, viele Tiereltern verstoßen ihren Nachwuchs, wenn sie einen Fremdgeruch verströmen.

Tiernotfallstationen helfen weiter

Holen Sie sich Rat bei Experten. Tierschutzorganisationen, Tierärzte oder Tiernotfallstationen gibt es für beinahe jede Tierart. Bei der Igelhilfe, der Wildvogelstation, der Eichhörnchen- oder Fledermaushilfe geben Spezialisten Auskunft, was der Findling braucht und was ihm schadet. Einem Eichhörnchenbaby muss zum Beispiel massiert werden, um das Urinlassen anzuregen. Das können die Kleinen nämlich noch nicht selbst. Auch eine Bauchmassage nach dem Fressen ist sehr wichtig für kleine Hörnchen. Sonst können sie nicht verdauen.

Wer im Herbst oder Winter einen untergewichtigen Igel findet, stellt als erstes ein Schälchen Milch hin. Das kann tödlich ausgehe. Igel- und Hörnchenbabys vertragen keine Milch. Für Hasenkinder eignet sich Ersatzmilch für Katzen. Fledermausbabys brauchen Insekten, mit ihren scharfen Zähnen können sie schon kräftig zubeißen. Und ganz wichtig: Wildtiere sind keine Haustiere und müssen wieder ausgewildert werden.

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