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Wiedereinstieg in den Beruf

Wiedereinstieg in den Beruf

Frühzeitig planen

Frauen wird es nicht gerade leicht gemacht, nach der Babypause wieder in ihren alten Beruf zurückzukehren. Obwohl der Wiedereinstieg gesetzlich geregelt ist, müssen viele Stolpersteine zur Seite geräumt werden. Und als ob Mütter es ganz egal wäre, dass demnächst der Nachwuchs von Anderen beaufsichtigt wird, werden die Unkenrufe der Umstehenden immer lauter: Von einer Rabenmutter ist die Rede, die sich mehr um ihre Karriere sorgt, als um ihren Nachwuchs. Eine Gemeinheit, aber allen kann frau es wohl nicht recht machen. Damit zumindest Organisatorisch alles glatt geht, hilft eine frühzeitige Planung.

Ihr Einstieg ist gesetzlich gesichert

Eine dreijährige Elternzeit darf sowohl die Mutter als auch der Vater in Anspruch nehmen. Das Arbeitsverhältnis ruht in dieser Zeit. Seit es das neue Elterngeld gibt, werden 12 bzw. 14 Monate lange 64 Prozent des alten Gehaltes ausgezahlt. Kündigungsschutz und Arbeitsplatz werden vom Gesetzgeber garantiert. Einen Anspruch auf genau die Selbe Tätigkeit hat man allerdings nicht. Der Arbeitgeber muss nur einen gleichwertigen Arbeitsplatz anbieten.

Wer vor der Geburt ganztags gearbeitet hat, darf auch eine Ganztagsstelle beim Wiedereinstieg erwarten. Wer eine Teilzeitstelle bevorzugt, kann das mit dem Chef absprechen. Denn auch hierfür gibt es eine gesetzliche Regelung. Hier gibt es nur eine Einschränkung bei Betrieben, die weniger als 15 Mitarbeitern haben. Oder aber wenn betriebliche Gründe gegen eine Teilzeit sprechen. Die Teilzeitstelle umfasst dabei 15 bis 30 Wochenstunden. Wann Ihre Arbeitszeit ist und wie sie sich über die Woche aufteilt, muss mit dem Chef geklärt werden. Die Gesetzlage sagt, dass Sie die Möglichkeit erhalten sollen, die Arbeitszeit entsprechend Ihren Bedürfnissen individuell anzupassen. Dies aber nur unter Berücksichtigung der betrieblichen Erfordernisse.

Ihr Chef sollte der erste in der Firma sein, den Sie über die Schwangerschaft informieren. Das schafft Vertrauen und er hat genügend Zeit für die Planung. Falls Sie bereits eine Lösung auf Lager haben, wie Ihr zeitweiliger Ausfall kompensiert werden kann, präsentieren Sie diese am besten gleich.

Die Konkurrenz schläft nicht

Sie wissen genau, wie lange Sie die Elternzeit nehmen wollen? Warten Sie trotzdem bis Sie Ihrem Arbeitgeber die Dauer mitteilen. Gerade für Frauen, die zum ersten Mal ein Kind bekommen, ist es schwierig abzuschätzen, welche Veränderungen ein Kind im Leben mit sich bringt. Spätestens zwei Wochen nach der Geburt müssen Sie Ihrem Arbeitgeber aber schriftlich mitteilen, wie lange die Babypause dauern soll.

Drei Jahre sind eine lange Zeit, auch wenn Sie Ihnen mit einem aufwachsenden Kind gar nicht so lange vorkommt. Eine solch lange Zeit kann sich negativ auf Ihre berufliche Qualifikation auswirken. Gerade wenn Sie zu den hochqualifizierten Arbeitnehmern gehören, raten Personalberater, sollten Sie die Elternzeit nicht voll in Anspruch nehmen. Zum einen schläft die Konkurrenz nicht, zum anderen könnten Sie den beruflichen Anschluss verpassen.

Halten sie Kontakt zur Firma und zu den Kollegen. Es ist wichtig, am innerbetrieblichen Informationsfluss teilzunehmen. Fragen Sie nach, ob Sie wichtige Sitzungsprotokolle und Mitteilungs-E-Mails bekommen könnten. So bleiben Sie auch in der Firma immer auf dem Laufenden.

Neben Ihrem Engagement rund um die Firma, könnten Sie auch privat an Ihrer Qualifikation arbeiten. Vielleicht lässt sich die eine oder andere Fortbildung mit der Babybetreuung vereinbaren.

Die Checkliste

Wiedereinstieg in den Beruf
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Sind Sie einer Erwerbstätigkeit oder. einer beruflichen Tätigkeit nachgegangen? Als solche gelten:

- eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

- eine selbstständige Tätigkeit

- eine betriebliche Ausbildung

- Arbeitslosigkeit

- Zeiten als Beamtin oder Beamtin auf Widerruf

- Zeiten als mithelfende Familienangehörige im Sinne von § 118 Abs. 3 SGB III

- Eine außerbetriebliche Ausbildung mit sozialversicherungspflichtiger Ausbildungsvergütung bzw. mit im Nachhinein anerkannter Sozialversicherungspflicht.

Haben Sie ein aufsichtsbedürftiges Kind oder einen pflegebedürftigen Angehörigen betreut?

- Aufsichtsbedürftig sind Kinder unter 15 Jahren, d. h. am 15. Geburtstag endet die Aufsichtsbedürftigkeit.

- Als pflegebedürftige Angehörige gelten:

- Angehörige unabhängig von einer bestimmten Pflegestufe

- Angehörige, die außerhalb des eigenen Haushalts betreut werden.

Nach einem Jahr wieder im Büro

Planen Sie in angemessener Zeit wieder in die Berufstätigkeit zurückzukehren?

Als 'angemessene Zeit' gilt, wenn Sie bis spätestens nach einem Jahr wieder in den Beruf zurückkehren.

Berufsrückkehrerin ist auch, wer eine geringfügige Beschäftigung (zum Beispiel 400 Euro-Job) während der Babypause angenommen hat. Allerdings muss die Betreuung des Kindes (des Pflegebedürftigen) gewährleistet sein. Der Status Berufsrückkehrerin bleibt bis zur endgültigen Eingliederung in den Arbeitsmarkt bestehen. Er erlischt nach einer einjährigen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit.

Die persönliche Arbeitslosmeldung ist jedoch Voraussetzung, um die besonderen Hilfen der Arbeitsagentur für Berufsrückkehrerin oder Berufsrückkehrer nutzen zu können. Wer also nach der Elternzeit wieder auf seinen alten Arbeitsplatz zurückkehrt, zählt nicht zu dieser Gruppe.

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