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Wie viel Wahrheit steckt hinter der 5-Sekunden-Regel?

An employee holds petri dishes with bacterial strains of EHEC bacteria (bacterium Escherichia coli.) in the microbiological laboratory of the 'Universitaetsklinikum Hamburg-Eppendorf ' (University Clinic Eppendorf- UKE) in the northern German town of
© REUTERS, FABIAN BIMMER

Forscher untersuchen die 5-Sekunden-Regel

Die Fünf-Sekunden-Regel: Nur dummes Zeug oder ist vielleicht doch etwas dran? Essen, das maximal wenige Sekunden auf dem Boden lag, sei angeblich noch genießbar. Die einst zum Spaß gedachte These haben Wissenschaftler weltweit zum Anlass genommen, dazu ganze Studien zu erheben. Was dabei herauskam, erfahren Sie bei uns!

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Da lässt man unter Freunden einmal das Stück Pizza fallen und mindestens einer ruft: ,Fünf-Sekunden-Regel!‘ Schnell genug aufgehoben, kann man das Essen also noch genießen…oder etwa nicht? Forscher haben herausgefunden, wie viel Wahrheit wirklich hinter der Regel steckt. Mit überraschendem Ergebnis!

Wer hat Recht?

2014 erforschten Prof. Anthony Hilton und sein Team von der University of Aston in Birmingham, Großbritannien, das Phänomen der Fünf-Sekunden-Regel. Er kam zu dem Ergebnis, dass man Essen, das höchstens fünf Sekunden auf dem Boden lag, ohne große Bedenken verzehren kann. Laut Hilton halte sich der Bakterienbefall von bestimmten Lebensmitteln auf dem Boden sogar noch nach 30 Minuten in Grenzen.

Doch diese Theorie ist, wie wir jetzt wissen, tatsächlich zu schön, um wahr zu sein. Denn der Amerikaner Prof. Donald W. Schaffner widerlegte sie 2016 in seiner eigenen Studie.

Essen wird dreckig, egal wie lange es auf dem Boden liegt!

Professor Schaffner von der Rutgers University in New Jersey fand heraus, dass auf den Boden fallendes Essen immer ungesunde Bakterien aufnimmt, auch wenn wir diese mit dem bloßen Auge nicht sehen können. Dazu testete er vier verschiedene Lebensmittel (geschnittene Wassermelone, trockenes Brot, gebuttertes Brot und Gummi-Süßigkeiten), die er auf vier verschiedene gängige Oberflächen fallen ließ (Keramik, Edelstahl, Holz und Teppich).

Die Oberflächen waren mit einem Bakterium kontaminiert, das Salmonellen ähnelt. Anschließend untersuchte er, wie hoch der Bakterienbefall auf den Lebensmitteln war.

5-Sekunden-Regel? Völliger Quatsch!

Die insgesamt 2.560 Messungen zeigten Schaffner, dass selbst sofort aufgehobenes Essen bereits von Erregern befallen war. Die Konsistenz der Lebensmittel schien dabei von Bedeutung. Denn die feuchte Wassermelone nahm, entgegen der Süßigkeit, besonders viele Bakterien auf. Außerdem seien laut Schaffner Unterschiede zwischen den Untergründen zu erkennen. Besonders von Keramik und Edelstahl würde er demnach keine Wassermelone mehr essen!

Was Sie nun aus dieser Erkenntnis für persönliche Konsequenzen ziehen, bleibt Ihnen überlassen. Wie wir aber schon von Mama und Oma aus Kindertagen gelernt haben, schadet ein bisschen Dreck eigentlich nicht, sondern ‚macht den Magen rein‘.

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