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Wie Selbstoptimierungs-Wahn unser Leben beherrscht: Sextracker 'Lovely' für mehr Spaß im Bett?

Selbstoptimierung findet in vielen Bereichen unseres Lebens statt.
Dieser Sextracker namens 'Lovely' soll jetzt unseren Sex verbessern. Ist diese Entwicklung noch normal? © Lovely

Sex lohnt sich eigentlich nicht - zumindest, was den Kalorienverbrauch angeht

Herzschlag, Schlafrhythmus, Schritte oder Kalorien zählen kann doch jeder! Jetzt kann man auch seine "Leistung" beim Sex messen: Ein neues Tool namens 'Lovely' zeigt an, wie viele Kalorien wir in der Waagerechten verbrennen. Dann sind wirklich alle Lebensbereiche optimiert!

Von Jutta Rogge-Strang

Mittlerweile lassen wir uns offenbar komplett von Messgeräten terrorisieren: Digitale Armbänder tracken nicht nur die Schritte, die wir täglich tun, jetzt sollen sie auch unser Sexleben optimieren. Sie wussten noch nicht, wie viele Kalorien Sie beim Sex verbrennen? Da kann geholfen werden: Das Tracking-Tool 'Lovely' reagiert auf unsere Bewegungen beim Sex und berechnet den Kalorienverbrauch. Die Infos werden per Bluetooth an die zugehörige App verschickt und gespeichert.

Damit die Daten auch wirklich genau sind, wird der Bewegungssensor hauptsächlich am Penis getragen, er kann aber auch auf den Finger gesteckt werden. Praktischerweise kann es auch selbst vibrieren und so am User stimulierend wirken. Alle Daten werden per Bluetooth an die 'Lovely'-App geschickt. Da werden dann Dauer, Kalorienverbrauch, Geschwindigkeit, Anzahl der Bewegungen und die History für die Nachwelt gespeichert.

Aber die App kann noch mehr: 'Lovely' ist nicht nur Sextoy und Tracker in einem, sondern die App gibt zudem Tipps für ein besseres Liebesleben. Eine Datenbank mit 120 Sexstellungen soll Bewegung ins Bett bringen. Denn nicht nur verbrannte Kalorien sind interessant, sondern auch neue Impulse im Bett, damit nicht nur der Körper optimal funktioniert, sondern auch das Hirn.

Dabei sollten Sie aber wissen, dass sich Sex eigentlich nicht lohnt: 20 Minuten Liebe verbrennen etwa so viele Kalorien wie zehn Minuten leichte Hausarbeit oder popelige drei Minuten auf dem Crosstrainer. Unterm Strich macht Sex mehr Spaß, eignet sich aber nur bedingt zum Kalorienverbrauch. Allerdings muss man wohl von Fall zu Fall unterscheiden...!

Blöd nur, dass sich 'Lovely' über eine Spendenaktion finanzieren sollte und das Ziel von 95.000 Dollar nicht erreicht hat. Die Erfinder wollen das Sextoy trotzdem auf den Markt bringen. Bei der zu erwartenden Gewinnspanne keine schlechte Idee. Denn allein Hersteller Fitbit hat den Umsatz im Jahr 2015 um ein Drittel erhöht und 159 Millionen Euro Gewinn gemacht. Da lohnen sich offenbar selbst die absurdesten Apps!

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