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Wie Mediation bei einer Trennung helfen kann

Kinder und ungelöste Konflikte verkomplizieren die Trennung

Wenn eine Beziehung zu Ende geht, bricht für die meisten eine Welt zusammen. Sie wollen es nicht wahr haben, dass sie plötzlich allein sind. Jede dritte Ehe in Deutschland scheitert mittlerweile offiziell. So ein Liebes-Aus zu verarbeiten, ist oft ein langer, schmerzhafter Prozess. Gibt es eine "richtige“ Art sich zu trennen, damit es nicht so schlimm wird? Wie bringt man es den Kindern bei? Wie können Mediatoren und Mediation helfen?

Trennungsprobleme: So verarbeitet man ein Beziehungsende richtig
Wie man bei einer Trennung unnötige Konflikte vermeidet © unknown

Trennungen enden nicht selten im absoluten Rosenkrieg – ob man nun zuvor verheiratet war oder nicht. Gründe, die Trennungen schwieriger machen, sind zum Beispiel finanzielle: Hat man gemeinsam Haus und Hof muss entschieden werden, wer welche Besitztümer nach der Trennung oder Scheidung erhält.

Ebenso von diesem Aufteilungs-Konflikt betroffen sind natürlich Kinder - sofern in der Beziehung vorhanden. Die wichtigste Regel für eine Trennung mit Kindern: Vor ihnen sollte nicht schlecht voneinander gesprochen werden. Dadurch können Loyalitätskonflikte bei den Kindern entstehen. Außerdem können sich Sohn oder Tochter von den Aussagen persönlich verletzt fühlen, da sie sich selbst als jeweils 50 Prozent eines Elternteils ansehen. Kritisiert man also eine Eigenschaft des Partners, versteht das Kind dies als Kritik an sich selbst und ist verletzt.

Den Kindern sollte die Trennung ruhig und vor allem kindgerecht vermittelt werden - das heißt, in einer Weise, die sie verstehen, damit sie nicht verunsichert fühlen. Es muss deutlich gemacht werden, dass das Auseinandergehen eine gemeinsame Entscheidung von beiden Elternteilen ist. Zudem entstehen schnell Schuldgefühle bei Kindern. Deshalb muss deutlich gemacht werden, dass sie selbst nichts für die Trennung können.

So können Mediatoren helfen

Ungelöste Konflikte verkomplizieren eine Trennung meist noch zusätzlich und führen dazu, dass die Fetzen fliegen. Dabei helfen können zum Beispiel Mediatoren – zu deutsch "Streitschlichter“. In der Mediation leiten die Schlichter das Gespräch mit beiden Partnern und keiner wird außen vor gelassen. Dabei gibt es klare Regeln und Richtlinien, um Streit oder Ausschreitungen zu vermeiden: Niemand wird unterbrochen, wenn er oder sie spricht, und jeder darf seinen Gefühlen freien Lauf lassen.

Bei einem Gespräch mit Mediatoren können individuelle Lösungen gefunden werden. Nicht für alle Paare ist die richtige Art der Trennung gleich. Dabei geben die Streitschlichter keine Tipps oder Ideen vor, sondern erarbeiten mit den beiden Parteien gemeinsam die richtige Entscheidung. Und wie geht es dann nach der Mediation weiter, wenn gegebenenfalls eine Scheidung ansteht?

"Das Schöne an der Mediation ist, dass man die Möglichkeit hat, die Themen jeweils gemeinsam zu besprechen: Was wollen wir? Wie können wir uns einigen? Um dann im Nachhinein zu Anwälten zu gehen und das Ergebnis nur noch vorzustellen", erklärt Mediatorin Alinah Rockstroh.

Am Wichtigsten bei einer Trennung ist, dass miteinander gesprochen und sich zugehört wird. Im Idealfall gibt es am Ende keinen Verlierer und keinen Gewinner.

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