Wie gesund sind Vitamine wirklich?

Wie gesund sind Vitamine wirklich?
© dpa, A3472 Frank May

Vitamine gelten als gesund und lebensnotwendig, da der Körper sie nicht alleine herstellen kann. Was aber die Wenigsten wissen: Auch hier macht die Dosis das Gift. Eine Überdosierung an Vitaminen ist genauso gefährlich wie ein Vitaminmangel. Woran liegt das? Und wie viele Vitamine braucht unser Körper?

Generell gilt: Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, erhält über die Nahrung alle Vitamine, die er braucht: Vollkornprodukte decken den Bedarf an Vitamin B, in Zitrusfrüchten und Gemüse wie Brokkoli oder Paprika steckt viel Vitamin C. Betacarotin, die Vorstufe von Vitamin A, steckt vor allem in Karotten und roter Paprika, aber auch in Obst wie Aprikosen. Vitamin E beispielsweise ist in Butter und Öl enthalten und Vitamin D bildet unser Körper sogar selbst, wenn er genug Sonnenlicht bekommt.

Allerdings gibt es Lebensumstände, in denen der Vitaminbedarf erhöht ist oder über die Nahrung allein nicht gedeckt werden kann. Das ist vor allem bei Menschen der Fall, die viel Stress haben, regelmäßig rauchen oder Alkohol trinken. Aber auch Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Vitaminbedarf. Bei Vegetariern kommt es oft zu einem Vitamin-B12-Mangel, weil Fleisch, Leber und andere tierische Produkte der Hauptlieferant dieses Vitamins sind. Vitamin-B12-Mangel macht sich beispielsweise durch häufigen Schwindel, ein blasses Aussehen und Müdigkeit bemerkbar. Hier können Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamintabletten die Versorgung sicherstellen.

Generell gilt: Eine Vitaminmangel lässt sich nur anhand von Blutuntersuchungen feststellen.

Zu viel Vitamine können auch krank machen!

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen fettlöslichen und wasserlöslichen Vitaminen. Bei den wasserlöslichen Vitaminen B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin), B12 (Cobalamin) und C ist eine Überdosierung praktisch unmöglich. Der Körper kann sie nämlich nicht speichern, sodass sie mit dem Urin ausgeschieden werden. Das bedeutet andererseits aber auch, dass sie dem Körper schnell verloren gehen. Daher sollten diese Vitamine dem Körper über den Tag verteilt durch Obst und Gemüse zugeführt werden.

Bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K sieht das anders aus. Da diese Vitamine im Fettgewebe des Körpers gespeichert werden, kann es auch zu einer Überdosierung kommen. Unzählige Studien belegen, dass die Vitamine bei einer Überdosis ihre Wirkung umkehren können, d.h. dass ähnliche Symptome wie bei einer Mangelerscheinung auftreten. Das können beispielsweise Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Magen-Darm-Störungensein. Hohe Vitamindosen können aber auch Allergien verursachen, das Immunsystem schwächen, die Bildung der Nierensteine begünstigen und sogar Krebs fördern.

Bevor Sie sich also selbst einen Vitamin-Cocktail zusammenmixen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen und Ihre Vitaminversorgung durch einen Bluttest abklären lassen. Erst dann können gegebenenfalls Vitaminpräparate zum Einsatz kommen. Ansonsten gilt: Wenn Sie täglich frisches Obst und Gemüse essen und auch täglich an der frischen Luft sind, brauchen Sie keinen Vitaminmangel fürchten!

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