WOHLFÜHLEN WOHLFÜHLEN

Wie entsteht Hirsutismus und was hilft gegen die starke Behaarung?

Bild: Wie entsteht Hirsutismus und was hilft gegen die starke Behaarung?
Betroffene leiden sehr unter der starken Behaarung. © Getty Images/iStockphoto, PeopleImages

Welche Gruppen sind besonders gefährdet, Hirsutismus zu entwickeln?

Leiden Frauen unter einer ungewöhnlich starken Körperbehaarung, lautet die Diagnose in vielen Fällen ‚Hirsutismus‘. Doch wieso entsteht diese für Frauen ungewöhnlich starke Behaarung und mit welchen Mitteln kann man die Symptome verbessern?

Wo in den wilden 60ern starke Achsel- und Beinbehaarung auch bei Frauen völlig in Ordnung war, sind Frauen heutzutage in Sachen Körperbehaarung deutlich verhaltener. Das Schönheitsideal hat sich gewandelt und eine makellose, glatte Haut ist jetzt vielfach das Ziel. Umso schwerer haben es deshalb Frauen, die unter Hirsutismus, sprich unter krankhaft vermehrter Körperbehaarung des männlichen Typus, leiden.

Wo genau macht sich Hirsutismus bemerkbar?

Der übermäßige Haarwuchs zeigt sich bei Hirsutismus an neun Arealen, die entsprechend von Medizinern bei Verdacht inspiziert werden: Oberlippe, Kinn, Oberarm, Brust, Ober- und Unterbauch, Oberschenkel, oberer sowie unterer Rücken. Besonders Stellen im Gesicht belasten Betroffene sehr, da sie immer sichtbar sind und ein Damenbart nicht einfach unter Kleidung versteckt werden kann.

Laut apotheken-umschau.de leiden Schätzungen von Experten zufolge bis zu fünf Prozent aller geschlechtsreifen Frauen in Deutschland unter Hirsutismus. Die meisten sind zwischen 15 und 25 Jahre alt, wenn sie die übermäßige Behaarung zum ersten Mal bemerken. Ihr Leidensdruck ist hoch.

Welche Ursachen kann Hirsutismus haben?

Die Gründe, weshalb manche Frauen mit Hirsutismus zu kämpfen haben, können unterschiedlicher Natur sein.

Männliche Sexualhormone

In den meisten Fällen sind übermäßig viel produzierte, männliche Sexualhormone für die Erkrankung verantwortlich, die sogenannten Androgene. Zwar produziert der weibliche Körper auch unter ganz normalen Umständen Androgene. Sie werden benötigt, damit aus ihnen in den Eierstöcken das Hormon Östradiol – ein wichtiges Östrogen – gebildet werden kann. Doch ist die Menge der vorhandenen Androgene in der Regel so gering, dass sie keine Auswirkungen auf das weibliche Erscheinungsbild haben.

Neben dem gesteigerten Haarwachstum zeigt sich bei Hirsutismus auch vermehrt Haarausfall auf dem Kopf, ein unregelmäßiger Zyklus sowie eine zu Akne neigende, unreine Haut. Weshalb mehr männliche Sexualhormone gebildet werden, kann zum Teil ernste Ursachen wie Störungen der Nebennieren oder Hirnanhangdrüse haben. Besprechen Sie Behaarungsstörungen daher unbedingt mit einem Endokrinologen – einem Facharzt für Hormone.

Polyzistisches Ovarialsyndrom

Hirsutismus kann auch durch eine typische Frauenkrankheit ausgelöst werden: das polyzystische Ovarialsyndrom oder kurz PCO-Syndrom. Bei dieser Krankheit produzieren die Eierstöcke durch ein hormonelles Ungleichgewicht übermäßig viele Eizellen, die im Eierstock sterben und dort als Zysten verbleiben. Auch in diesem Fall werden vermehrt männliche Sexualhormone produziert. Die Ursache für das PCO-Syndrom ist wissenschaftlich bislang nicht vollständig geklärt.

Genetische Veranlagung

Laut Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF) kann bei manchen betroffenen Frauen auch eine genetisch bedingte, erhöhte Sensitivität der Haarfollikel auf Androgene vorliegen. Diese erklärt, weshalb oft Südländerinnen von Hirsutismus betroffen sind.

Medikamente

In einzelnen Fällen können Medikamente Ursache für ein stärkeres Wachstum der Körperhaare sein. Hierzu zählen laut pharmazeutischer-zeitung.de unter anderem Anabolika, Antiepileptika sowie Corticosteroide. Allerdings sprechen Ärzte hierbei nicht von Hirsutismus, sondern von Hypertrichose, da das übermäßige Wachstum keine hormonelle Ursache hat.

Wie kann Hirsutismus behandelt werden?

Um die Symptome der Erkrankung, in dem Fall die männliche Behaarung, einigermaßen in den Griff zu bekommen, gibt es verschiedene mehr oder weniger erfolgreiche Therapiemöglichkeiten.

Eflornithin-Creme

Diese verschreibungspflichtige Creme bewirkt, dass das Haarwachstum gehemmt wird. Laut pharmazeutischer-zeitung.de setzt bei zweimal täglicher Anwendung nach etwa acht Wochen bei zwei Dritteln aller Frauen eine Besserung der Symptome ein. Der Nachteil: Wird die Creme nicht konstant angewendet, wachsen auch die Haare wieder wie gehabt.

Epilation

Sie sollte am besten von einem professionellen Kosmetikstudio durchgeführt werden, um dem Hirsutismus zumindest zeitweilig Einhalt zu gebieten. Da besonders die empfindliche Haut zwischen Nase und Mund bei dieser Methode stark gereizt wird, sollten Sie danach eine beruhigende Creme auftragen. Lassen Sie sich dazu von der Kosmetikerin oder in der Apotheke beraten.

Laser- und Elektroepilation

Manche Hautärzte und Kosmetikstudios bieten eine Behandlung mit Laser oder Stromstößen an, um die Haarwurzeln zu zerstören. Dazu sind mehrere Sitzungen nötig. Doch auch hier ist nicht gewährleistet, dass die Haare für immer fernbleiben und Sie keine weiteren Behandlungen in Kauf nehmen müssen.

Video: Enthaarungscreme Pros und Contras

Enthaarungscreme Pros und Contras
Enthaarungscreme Pros und Contras Wir decken auf! 00:00:57
00:00 | 00:00:57
Die 6 besten Lebensmittel für die Augen
Die 6 besten Lebensmittel für die Augen Für einen guten Durchblick 00:01:30
00:00 | 00:01:30

Wenn Sie sich noch für weitere Beiträge aus den Bereichen Wohlfühlen und Pflege interessieren, dann klicken Sie sich einfach durch unsere Video-Playlist!

Anzeige