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WHO rät zu Hepatitis-B-Impfung für Babys in den ersten Lebensstunden

Impfung gegen Hepatitis
Laut WHO kann es mit der Impfung gegen Hepatitis B gar nicht schnell genug gehen. © iStockphoto

Die sogenannte "Gelbsucht" kann zu Krebs führen

Angesichts der weltweiten Hepatitis-Epidemie drängt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf, in allen Ländern der Welt schon Neugeborene gegen die Leberentzündung vom Typ B zu impfen. Und zwar am besten in den ersten Lebensstunden. Auch in wohlhabenderen Ländern steige die Zahl der Fälle, etwa durch Migration, sagte Marc Bulterys, Teamleiter des WHO-Hepatitis-Programms. 

1,3 Millionen Menschen starben 2015 durch Hepatitis-Infektionen

Hepatitis, auch Gelbsucht genannt, kann zu Krebs führen. Die WHO sieht gute Fortschritte, neue Infektionen bis 2030 um 90 Prozent und die Zahl der Todesfälle um 65 Prozent zu reduzieren. Die WHO hat die Hepatitis-B-Impfung in den ersten 24 Stunden nach der Geburt 2009 erstmals empfohlen. Länder mit relativ wenigen Fällen hätten dies aber nicht umgesetzt, sagte Bulterys.

In Deutschland ist die Hepatitis-B-Impfung nach Angaben des Robert Koch-Instituts Bestandteil des Impfprogramms für Säuglinge und Kleinkinder und wird im Alter von zwei Monaten empfohlen. Nur Babys von Müttern mit chronischer Hepatitis B oder unbekanntem Hepatitis-B-Status sollen direkt nach der Geburt geimpft werden. Weltweit waren 2015 nach WHO-Schätzungen 71 Millionen Menschen mit Hepatitis C und 257 Millionen mit Hepatitis B infiziert, den beiden bedeutendsten der fünf Hepatitis-Typen. 1,3 Millionen Menschen starben durch die Infektionen, etwa so viele, wie durch Tuberkulose umkamen. Weniger als zehn Prozent der Infizierten wüssten aber überhaupt von ihrer Krankheit.

Rund 70 Prozent der Hepatitis-Kranken leben nach WHO-Angaben in 28 Ländern, darunter China, Indien, Südafrika und Brasilien

Die WHO empfiehlt deshalb stärkere Routine-Diagnoseprogramme. "Es gibt keinen Grund, warum Millionen von Menschen noch nicht getestet sind und deshalb die Medikamente nicht bekommen, die sie so dringend benötigen", sagt der Direktor der für HIV und Hepatitis zuständigen Abteilung, Gottfried Hirnschall.

Rund 70 Prozent der Hepatitis-Kranken leben nach WHO-Angaben in 28 Ländern, darunter China, Indien, Südafrika und Brasilien. 89 Prozent der Länder hätten den Kampf gegen die Hepatitis inzwischen zur Priorität gemacht. 30 Prozent der Infektionen passieren durch falschen Spritzengebrauch.

Gegen Hepatitis C gebe es seit vier Jahren gute Medikamente, die 95 Prozent der Patienten mit einer Dreimonatsbehandlung heilen können. Der Preis eines Generikaprodukts des indischen Herstellers Mylan mit WHO-Qualitätsstempel sei drastisch gesunken. Arme Länder hätten mit dem Hersteller Preise von rund 230 Euro für das Dreimonatsrezept ausgehandelt, sagte Bulterys. In wohlhabenden Ländern seien die Mittel teurer. Die WHO rechnet mit der Zulassung mehrerer weitere Medikamente in naher Zukunft. 

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