Whitney Houston: Der Tod einer Diva

Whitney Houston lebte ein einmaliges und wahnsinniges Leben.
Whitney Houston lebte ein einmaliges und wahnsinniges Leben. © dpa, Patrick Seeger

Whitney Houston lebte Erfolge und Exzesse

"Ihre Musik wird niemals sterben, jetzt macht sie mit Amy Musik. Was für eine tolle Mädchenband im Himmel." Als wir diesen Satz von Mitch Winehouse, dem Vater von Amy Winehouse, gelesen haben, mussten wir erst einmal tief durchatmen. Denn er hat uns klar gemacht, dass Whitney Houston wirklich und unwiderruflich nicht mehr lebt. Dass die Musikwelt eine außergewöhnliche Stimme und einen außergewöhnlichen Menschen verloren hat. We will always love her, denn ihre Musik hat uns über Jahre begleitet. Uns im Kino oder daheim auf dem Sofa Gänsehaut-Moment beschert. Wir haben uns mit dieser Frau gefreut - und mit ihr mitgelitten. Und immer wieder gehofft, dass sie wieder ganz der strahlende Stern werden wird, der sie so lange war.

Von Ursula Willimsky

Die genauen Umstände ihres Todes werden derzeit geklärt, sicher scheint, dass sie in der Badewanne ihres Hotelzimmers gefunden wurde. Wie sie starb, ist noch nicht bekannt. Ein Leben zwischen Triumph und großen Problemen. Sechs Grammys, 170 Millionen verkaufte Tonträger - und das über drei Jahrzehnte hinweg - , unzählige Auszeichnungen, Erfolge als Schauspielerin - Whitney Houston galt als eine der erfolgreichsten Frauen des Showgeschäfts. "Saving All My Love For You" ist auch nach 27 Jahren immer noch wunderwunderschön. Wenn "I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me)" gespielt wird, drehen wir seit 25 Jahren das Radio ein bisschen lauter, weil der Song einfach Gänsehaut macht. Und "I will Always love you" bekommen wir seit 20 Jahren Gänsehaut. Ihre Lieder werden bleiben, die alten und die neuen. Auch wenn es zwischendurch still wurde um die Sängerin und sie leider eher wegen ihrer privaten Probleme in den Schlagzeilen war als wegen ihres unglaublichen Potenzials.

Whitney Houston wollte zurück an die Spitze

Eine gescheiterte Ehe, Drogenprobleme - Whitney war auch immer die Frau, mit der wir litten. Der wir so sehr wünschten, dass sie mit etwas ganz Neuem wieder ganz die alte werden würde. Wir haben sie nicht nur bemitleidet, sondern auch bewundert dafür, dass sie immer und immer wieder einen Neustart wagte. "Ich gebe euch heute alles, was ich habe", sagte sie bei einem Konzert vor zwei Jahren, als unüberhörbar war, dass ihre Stimme nicht mehr das Potenzial von früher hatte. Und dann sang sie weiter.

Am Tag ihres Todes bereitete sie sich auf einen Auftritt bei einer Grammy-Party vor. Die Party fand statt, während im selben Hotel Polizeibeamte mit den Ermittlungsarbeiten begannen. Bei der eigentlichen Grammyverleihung wurde der Künstlerin gedacht. Mit einem Videoeinspieler, einem Gebet - und der anschließenden Frage: "Seid ihr bereit für die Party?" Das mag pietätlos erscheinen. Aber vielleicht passt es auch zu Whitney Houston und ihrem Leben. Schließlich hat auch sie sich immer und immer wieder dazu entschlossen, weiterzumachen. Whitneys Kollegin Amy Winehouse wurde bei derselben Veranstaltung posthum mit einem Grammy ausgezeichnet, das zweite "tolle Mädchen", dessen Leben im Rampenlicht tragisch endete.

Whitney Houston war dabei, ihrer Karriere wieder neue Impulse zu geben. Die Mitwirkung in einer TV-Show war im Gespräch. Und sie stand wieder vor einer Kinokamera, für den Film "Sparkle". Die Geschichte von "Sparkle" ist angelehnt an die Karriere der "Supremes", der ersten Band von Diana Ross. Houston verkörpert dort die Mutter einer der Sängerinnen. Der Film soll im Sommer in die US-Kinos kommen und begleitet Sängerinnen auf ihrem Weg nach oben. Eine Geschichte über "tolle Mädchen" zwischen phantastischer Musik und Drogenproblemen. Eine Geschichte über die Triumphe und Schattenseiten des Stardaseins.

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