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WhatsAppitis: Sehnenscheidenentzündung durch zu viel Tippen

Eine neue Zivilisationskrankheit

Die 16-jährige Marie Reichender tippt jeden Tag zwei Stunden lang auf ihrem Smartphone. Durch das ständige Schreiben am Telefon droht ihr eine Sehnenscheidenentzündung. Mit ihrem Problem ist sie nicht allein: Im Durchschnitt ist jeder vierte Deutsche von „WhatsAppitis“ betroffen.

Jugendliche verbringen zu viel Zeit mit dem Smartphone, etwa mit WhatsApp
Jeder vierte Deutsche verbringt zwei Stunden oder mehr täglich mit dem Smartphone © picture alliance / ANP XTRA, Roos Koole

„Wenn ich zu oft und zu lange am Handy sitze, merke ich, wie meine Arme schwer werden. Nach dem ganzen Tippen und Scrollen tut mein Daumen weh“, sagt Marie. „Das fühlt sich an wie ein Muskelkater oder wie eine Zerrung, der Schmerz zieht bis in den Unterarm“.

Das Mädchen hat alle Anzeichen von „WhatsAppitis“, einer neuen Zivilisationskrankheit, von der hauptsächlich Jugendliche betroffen sind. Das Power-Tippen und die ständig gleiche Haltung des Geräts in den Händen können zerrende Schmerzen im Daumengelenk verursachen uns eine Sehnenscheidenentzündung herbeiführen.

Wie kann man den Daumen entlasten?

Am besten ist es in so einem Fall, auf den Gebrauch des Smartphones vorerst zu verzichten oder ihn zumindest stark einzuschränken. Für viele Jugendliche ist das allerdings unvorstellbar. Der Orthopäde Dr. Peter Krause gibt Tipps, wie man die Daumen mit kleinen Übungen etwas entlasten kann: Helfen können Rotationsübungen vom Daumen. Dann sollte man den Daumen überdehnen, abspreizen und wieder anspreizen. Das Ganze dann auch am Handgelenk wiederholen. Was auch sehr effektiv ist, ist das lang Ziehen des Daumens – so wird das Gelenk entlastet.

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