WhatsApp-Sucht: Wenn das Handy abhängig macht

WhatsApp-Sucht
WhatsApp-Sucht Wenn das Handy abhängig macht 00:02:18
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Viele Teenager sind den ganzen Tag am Telefon

Teenager verbringen sehr viel Zeit mit ihrem Handy, das ist keine Überraschung. Aber wenn die jungen Erwachsenen 16 Stunden lang chatten, dann hat sich das Smartphone zum Problem entwickelt. Im Video haben wir eine 16-Jährige begleitet, die süchtig nach WhatsApp war. Die Abhängigkeit ging so weit, dass Vanessa sogar gewalttätig wurde, als die Mutter ihr das Telefon wegnehmen wollte.

Handyabhängig: die schleichende Sucht

Eine Sucht entsteht schleichend. So kann der Drang, das Handy immer wieder in die Hand zu nehmen, immer häufiger werden bis eine Abhängigkeit da ist. Betroffene wollen dann jede freie Minute am Smartphone hängen. Die Sucht kann so stark werden, dass der Benutzer sogar gewaltsam wird, wenn man ihm das Suchtobjekt entziehen möchte. So ist es auch bei der 16-jährigen Vanessa geschehen. Die junge Frau nutzte das Chatprogramm WhatsApp 16 Stunden am Tag. Ihre Mutter konnte das nicht mehr mit ansehen. Als sie ihr das Handy wegnehmen wollte, schlug Vanessa ihre Mutter in den Bauch.


Ursachen: Nicht das Medium selbst ist schuld an der Smartphone-Sucht

WhatsApp-Nachrichten auf dem Smartphone
Sobald soziale Kontakte zugunsten des Smartphones vernachlässigt werden, sollten die Alarmglocken klingeln, sagen Experten. © Getty Images, hocus-focus

Aber worher kommt eine Smartphone-Sucht? Medienpädagogin Iren Schulz sieht den Ursprung nicht im Medium selbst: "Die Ursachen für eine Mediensucht sind nicht im Medium selbst zu suchen, sondern liegen eigentlich immer woanders und das Medium ist eigentlich nur ein Ventil dafür, dass im sozialen Umfeld oder persönlich irgendwas gerade nicht funktioniert."
Viele Jugendliche nutzen ihr Handy sehr häufig am Tag, es gilt darauf zu achten, ob der Konsum noch "gesund ist". Wenn soziale Beziehungen vernachlässigt werden, ist dies schon ein erster Hinweis darauf, dass sich eine Sucht einschleichen könnte. Wenn sich alles nur noch ums Handy dreht und schöne Aktivitäten extra für das Smartphone unterbrochen werden, ist Vorsicht geboten.

Therapie: Auswege aus der WhatsApp-Sucht

Vanessa war schon so stark anhängig, dass sie zu einem Psychologen musste. Heute geht es der 16-Jährigen dank der Therapie wieder gut, maximal eine Stunde am Tag kommuniziert sie nur noch über WhatsApp.


Damit das Hineinrutschen in eine Sucht vermieden wird, rät Medienpädagogin Iren Schulz bei der Smartphone-Nutzung: "Von vorne herein klare Regeln setzen und die Zeit eingrenzen. Selbst als Eltern ein Vorbild zu sein, finde ich auch immer ganz wichtig zu betonen - das was man von seinen Kindern fordert, muss man auch selbst vorleben."

Als Eltern somit auch lieber mal das Handy aus der Hand nehmen, damit die Kinder gar nicht erst in Versuchung kommen.


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