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Welttag des Stotterns: Anja Herde lächelt die fehlenden Wörter einfach weg

Wie Betroffene den Alltag meistern können
Wie Betroffene den Alltag meistern können Stottern kann eine große Belastung sein 00:02:29
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Stottern belastet Betroffene im Alltag

Man sieht Anja ihr Handicap nicht an. Doch sobald sie spricht, fällt dem Gegenüber auf, dass die 33-Jährige Schwierigkeiten hat, zu sprechen. Sie stottert. Im Erwachsenenalter ist mit einer vollständigen Heilung nicht mehr zu rechnen, doch Anja Herde weiß, ihren Alltag mit dem Sprachfehler zu meistern.

Der Kampf im Kopf, die richtigen Wörter zu finden

Wie Anja ergeht es rund 800.000 Erwachsenen in Deutschland: Stottern kann eine enorme Belastung für Betroffene sein, weil sie das Gefühl haben, sich von der Gesellschaft abschotten zu müssen. Die völlige Isolation scheint für viele der einzige Ausweg, um nicht mit ihrem Sprachfehler konfrontiert zu werden. Stottern entsteht meist bereits im Kindesalter - so war es auch bei Anja: "Wenn ich vorlesen musste, dann sind die Wörter nicht gleich rausgekommen und das war mir unangenehm und ich wurde auch zum Teil von den Kindern ausgelacht." 

Dabei ist gerade das fatal für Stotterer. Denn der Versuch, nicht zu stottern, macht es teilweise noch viel schlimmer, schreibt die 'Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.' auf ihrer Internetseite. Das widerrum fördert das Gefühl, am besten gar nicht mehr zu sprechen. Ein Kreislauf, der einen Stotterer viel Kraft kostet. 

"Das hat etwas mit Mut zu tun!"

Anja Herde versucht in mehreren Therapien, etwas gegen ihren Sprachfehler zu tun und lernt vor allem, mit ihrem Handicap umzugehen. Mit Erfolg: Heute arbeitet die junge Frau in einer Agentur. Dort hält sie regelmäßig Vorträge und führt etliche Telefongespräche - immer mit dem Kampf im Kopf, die richtigen Wörter zu finden und sie deutlich auszusprechen. "Das ist einfach Mut und ins kalte Wasser springen und das habe ich mein ganzes Leben lang auch machen müssen und soweit habe ich mir das auch antrainiert." Trotz der Übung, passiert es Anja auch heute noch, dass sie hängen bleibt. "Dann lächle ich und dann ist alles wieder gut!"

Die Geschichte von Anja macht Mut, sich trotz des Handicaps nicht zu verstecken. Zum Welttag des Stotterns eine willkommene Inspiration!

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