Weltmädchentag 2016: So geht es Mädchen weltweit

Noch immer werden Mädchen in der ganzen Welt dikriminiert.
Am 11. Oktober ist Weltmädchentag! © Pressebild, (co) Unicef

Am 11.10. stehen Mädchen im Mittelpunkt

Was in unserem Land selbstverständlich ist, gilt in vielen Teilen der Welt leider nach wie vor als Ausnahme: die Tatsache, dass Mädchen die gleichen Rechte besitzen und Chancen haben sollten wie Jungen. Deshalb gibt es seit 2011 den internationalen Welt-Mädchentag.

Von Merle Wuttke

Ich bin ein großer Fan der amerikanischen Serie „Mad Men“, die im New York der 60er-Jahre spielt und sich vor allem um die Geschehnisse in einer Werbeagentur dreht. Hier tragen die Männer noch Anzug mit Hut, trinken bereits tagsüber Whiskey und nehmen Frauen höchstens als Geliebte oder Sekretärinnen wahr. Oder benutzen sie für beides. Die Frauen dagegen tragen enge Bleistiftröcke, roten Lippenstift und immer ein Lächeln auf den Lippen. In der Hoffnung, das wirke stärker als tausend Worte. Tut es natürlich nicht, dass begreifen auch irgendwann die Damen in der Serie, weshalb sie nach und nach lernen Klartext zu reden und ihre Rechte einzufordern.

Ich finde das vor allem so höchst interessant zu verfolgen, weil es so wenig mit meinem eigenem Leben zu tun hat. Und mir gleichzeitig dramatisch vor Augen führt wie ungerecht die Welt für Frauen und Mädchen vor wenigen Jahrzehnten noch war – und immer noch ist. Während Frauen aber in den letzten hundert Jahren gelernt haben für sich einzustehen und aufzustehen, haben Mädchen nach wie vor in vielen Teilen der Welt keine Möglichkeit ihre Stimme gegen Ungerechtigkeiten zu erheben. Deshalb ruft die Hilfsorganisation Plan International seit 2008 zum internationalen Welt-Mädchentag auf, der seit fünf Jahren nun auch offiziell von den Vereinten Nationen unterstützt wird. An diesem Tag, dem 11. Oktober, soll auf die Belange von Mädchen hingewiesen werden, denn gerade in Entwicklungsländern steht es um Mädchenrechte nach wie vor katastrophal. 

61 Millionen Mädchen gehen nicht zur Schule

So gehen laut Unicef 61 Millionen auf der ganzen Welt nicht zur Schule, weil ihre Eltern entweder zu arm sind, um das Schulgeld zu bezahlen oder weil das Kind arbeiten muss, um die Familie zu unterstützen. Auch sind viele Mädchen bereits vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet (jedes dritte), und so ans Haus und Ehemann gefesselt – auch dies führt dazu, dass sie ihr Leben lang nur eine rudimentäre oder gar keine Bildung erhalten. Denn sage und schreibe 550 Millionen Stunden schuften Mädchen zwischen 5 und vierzehn Jahren weltweit zu Hause: Sie sorgen für die jüngeren Geschwister, bereiten das Essen zu, waschen und putzen. Das nimmt ihnen jede Möglichkeit sich weiter zu entwickeln. Aber wie bei fast allen Dingen im Leben, ist Bildung der Schlüssel, um den dem Kreislauf aus Armut, frühen Schwangerschaften und Krankheit oder sogar Tod zu entgehen. Und damit auch den eigenen Töchtern ein besseres Leben später zu ermöglichen. Denn gebildete Mädchen – das zeigen Studien – haben nicht nur die Chance auf ein besseres Einkommen, sie gehen auch erst später eine Ehe ein und bekommen weniger Kinder, die zudem gesünder sind. Damit setzen sie eine Spirale der Existenzverbesserung in Gang – und die kommt allen zu Gute. Auch den Jungs.  







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