LIEBE LIEBE

Welche Kleidung Männer mögen? Nur die, in der Frauen sich wohl fühlen!

Liebesexpertin Birgit Ehrenberg
Liebesexpertin Birgit Ehrenberg kennt sich aus.

Schuhe wegsperren, weil sie den Männern nicht gefallen?

Neulich habe ich mich mit den Augen eines Mannes gesehen – mit den gnadenlosen Augen eines Mannes. Dabei schauen Männer Frauen selten streng und abwertend an, das predige ich immer wieder. Männer, diese gutmütigen Wesen, bedenken Frauen in der Regel mit einem liebevollem Blick. Sie sehen mit dem Herzen. Männer checken zum Beispiel nicht, ob wir Frauen fünf Kilo mehr oder weniger auf den Rippen haben, das sehen die einfach nicht. Ist das nicht rührend?

Aber wo auch die nettesten Herren kein Erbarmen kennen, das ist bei der Beurteilung von bestimmten Kleidungsstücken, die sie schrecklich finden. Dazu gehören zum Beispiel Ballerinas. Ich weiß, dass Männer Ballerinas fürchten wie Vampire Knoblauch, aber ich vergesse das immer wieder und trage Ballerinas. Ich denke eben mehr an mich als an Männer.

Ballerinas sind einfach bequem, ohne groß nachzudenken schlüpft man beim Verlassen des Hauses in sie hinein. Überdies wird es jetzt warm draußen, man kann die Dinger ohne Strümpfe tragen, es spricht also nichts gegen Ballerinas – von weiblicher Seite her.

Bis ich mich, wie gesagt, eines Tages urplötzlich mit den Augen eines Mannes sah. Erst einmal fühlte ich etwas, so fing die Geschichte an, ich spürte beim Gehen, wie ich meine Beine unbeholfen und tapsig wie eine Oma bewegte, wie ich schwerfällig ein Bein vor das andere setzte, nicht leichtfüßig wie eine Ballerina, sondern wie eine lahme Ente.

Ballerinas sind einfach nicht zum Gehen geeignet, schoss mir durch den Kopf. Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, dass das funktioniert? Es funktioniert zwar, man kommt voran, doch es sieht nicht ästhetisch oder elegant aus. Man watschelt, man kann die schönsten Beine und die schönsten Füße haben, man watschelt wie eine Ente. Und Männer wollen eine Frau an ihrer Seite, keine Ente. Das wurde mir in diesem Moment klar wie Kloßbrühe, ich will schließlich auch keinen Entenmann an meiner Seite.

Ich beschloss, die Ballerinas ab sofort nur noch als Hausschuhe zu benutzen. So handhabe ich es auch mit meinen Uggs, bei denen ist mir ebenfalls aufgefallen, dass man in ihnen wie ein Yeti latscht, ich habe sie deshalb in die eigenen vier Wände verbannt. Da gehören sie hin – das sagen alle Männer, die ich kenne.

"Tragt einfach, worin Ihr Euch wohl fühlt!"

Nun ist es meiner Erfahrung nicht so, dass Männer machomäßig unbedingt wollen, dass Frauen stets auf Highheels herumstöckeln. Männern ist es wichtig, dass die Schuhe den Beinen ihrer Liebsten schmeicheln – und dass man mit ihnen auf eine menschenwürdige Weise durchs Leben schreiten kann. Da kann ich nur sagen: Chapeau, das sind zwei sehr ehrenwerte Anliegen.

Während ich in den Ballerinas durch die Gegend stapfte (zum letzten Mal, das schwor ich mir) , fielen mir noch andere Kleidungsstücke ein, die Männer furchtbar finden – und zwar gerade welche, die in diesem Frühjahr total angesagt sind. Zum Beispiel Hosenröcke, sogenannte „Culottes“.

Männer lieben es, wenn Frauen Röcke oder Kleider tragen, Hosenröcke schrecken sie dagegen ab.

Das muss man auch nicht weiter erklären und begründen, diese Mischung aus Frauenkleidung und Männerkleidung ist schlicht und ergreifend grotesk. Es ist mir ein Rätsel, welche modische Grundidee dahinter steckt. Hosen sind super, Röcke sind super, ein Hosenrock dagegen ist überflüssig wie ein Kropf. Allein wenn man sitzt und die Beine übereinander schlägt, wie sieht man denn dann aus? Wie ein Schuljunge, dem die Mama die Hosen abgeschnitten hat.

Ich merke: Ich habe mir den männlichen Blick einverleibt, und ich bin zufrieden mit meinem „neuen“ Urteilsvermögen. Bitte versteht mich richtig, ich mache mich hier nicht zum Sprachrohr von Männern, die uns Frauen den Schneid abkaufen wollen. Frauenzimmer steht für die Selbstbestimmtheit der Frau – in der Liebe und auch sonst.

Wo ich schon dabei bin, kriegt noch eine weitere Hosenform, die jetzt im Trend ist, ihr Fett weg: Palazzo-Hosen, diese sind sehr sehr weit. Eine Frau mit den dicksten Beinen der Welt und eine Frau mit den dünnsten Beinen der Welt könnte sie tragen, beide würden damit komplett gleich darin aussehen. Ich war und bin für Individualität in der Mode. Ich mag keine Uniformen.

Im Sinne von „Liebe leicht gemacht“ empfehle ich Euch: Tragt Sachen, die Euch entsprechen, die Euch ins rechte Licht setzen. Lasst Euch nicht davon irritieren, was angeblich modisch angesagt ist. Zwar sind es oft Männer, die Mode entwerfen, sie tun das allerdings in irgendeinem Atelier, sie verlieren sich dabei in der Theorie, sie verwirklichen sich selbst, sie denken nicht an Euer praktisches Liebesleben.

Was aber am Ende jedoch zählt, das seid Ihr. Wenn Ihr Euch wohl in Eurer Haut fühlt, seid Ihr schön.

Alles Liebe, Eure Birgit

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