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Welche Bettdecke ist die kuscheligste?

Welche Bettdecke ist die kuscheligste?

Im Bett haben wir es gerne kuschelig. Die Bettdecke soll angenehm warm, aber nicht zu heiß sein. Niemand möchte im Bett frieren, aber schwitzen wollen wir auch nicht. Jetzt, wo sich der Winter ankündigt, wollen wir mal einen kritischen Blick auf (und unter) die Bettdecke werfen.

Sie sind ein Gesundheits-Fanatiker und schlafen gerne bei offenem Fenster, auch wenn draußen Frost herrscht? Dann sollte ihre Decke schon Einiges können! Sonst nimmt die Bekanntschaft, die Sie im Sommer gemacht haben, nach der ersten Winternacht Reißaus.

Auf die Größe kommt es an!

Kuscheln ist schon auch eine Frage der Größe: 135 mal 200 Zentimeter sind das Standardmaß für die Ein-Personen-Decke. Ihre Decke hat dieses Maß? Dann sollten Sie aber auch nicht größer als 1,80 Meter sein! Sonst stehen Sie jede Nacht vor der Wahl: kalte Füße oder kalter Hals. Natürlich hilft auch der Trick, sich im Bett wie ein Embryo zusammen zu krümmen. Dann geht es sicher auch, aber so richtig entspannt ist das nicht.

Die elegante Lösung, zumal wenn sowieso eine neue Decke gekauft werden soll: Fast alle Hersteller bieten ihre Decken auch in der Größe 155 mal 220 Zentimeter an. Das kuschelt sich schon ganz anders und kostet nur wenig mehr als die Standardgröße. Sind Sie zu zweit im Bett, empfiehlt sich – schon aus Gründen der Wärmeökonomie, aber nicht nur – eine gemeinsame Decke.

Das Standardmaß 200 mal 200 bietet vor allem wegen der Länge nicht immer die wahre Erfüllung. Besser, und auch verfügbar, ist das Maß 200 mal 220 Zentimeter! Jippie! Dann haben Sie fast viereinhalb Quadratmeter Decke zur Verfügung. Eine Menge, die auch höhere Ansprüche befriedigt. Jetzt geht's ans Innenleben.

Eiderdaunen-Decke 3.000 Euro

Welche Bettdecke ist die kuscheligste?
© dpa prokino, B3322 dpa-Film prokino

Es geht um drei Grundtypen: Federn, Haare oder Synthetik. Letzteres ist am preisgünstigsten und in einfacher Ausführung schon für weit unter 100 Euro zu haben. Bei Federn reicht die Preisspanne hingegen bis in astronomische Höhen: Eine mit 600 Gramm Eiderdaunen gefüllte Decke für eine Person kann locker ein paar tausend Euro kosten. Kuschelfaktor: einfach unglaublich! Wie eine warme Wolke scheint so eine Decke über dem Schläfer zu schweben. Eiderdaunen sind so teuer, weil sie von der auf Island wildlebenden Eiderente stammen. Die Enten polstern damit ihre Nester aus. Nachdem die Küken geschlüpft sind, lesen Sammler die oft nur schwer zugänglichen Nester in mühsamer Handarbeit ab. Schätzen Sie doch mal: Wieviele Eiderdaunen ergeben ein Kilo?

Es sind zwischen 500.000 und einer Million Daunenfedern!

Einfache Gänsedaunen tun es selbstverständlich auch! Die leichtesten Decken sind aus 100 Prozent Daunen, preisgünstigere Qualitäten gibt es mit unterschiedlichen Anteilen normaler Federn.

Neues bei 'körpernaher Dämmung'

Die schlichte Polyester-Faser gibt es in der Decke eigentlich nicht mehr. Es muss jetzt schon mindestens eine Hohl- oder Mikrofaser (auch aus Polyester) sein. Die High-Tech-Faser vereint geringeres Gewicht mit besseren Isolationseigenschaften. Davon gibt es fast so viele Varianten, die das Kürzel ‚Fill’ enthalten, wie es Deckenhersteller gibt. Durch die Outdoor- und Extremsport-Welle der vergangenen Zeit ist auf dem Gebiet der körpernahen Dämmung so viel und erfolgreich geforscht und entwickelt worden, dass synthetische Decken der Luxusklasse kaum mehr wiegen als die kostbare Eiderdaunen-Decke. Und dabei kosten sie nur 10 bis 20 Prozent von dem, was für die Top-Daune verlangt wird.

Wolle: Je leichter, desto teurer

Bei den Haar-Decken geht es in erster Linie um Wolle. Günstig, aber recht schwer ist die einfache Merino-Schafwolle. Leichter (und teurer) wird es mit Kamelhaar und Cashmere. Als weitere Füllung gibt es noch sogenannte Bio-Fills, Fasern, die ähnlich wie Viscose aus nachwachsenden Rohstoffen und Stärke produziert werden. Also eine Art 'Bio-Synthetik’.

Welche Bettdecke ist die kuscheligste?
© Photo: Ron Batzdorff, SMPSP

Der Kuschelfaktor

Gibt es eigentlich ein Maß für den Kuschelfaktor? Ja, es gibt ihn! Kuscheligkeit wird gemessen in Cuin. So wird gemessen: Eine Unze (ca. 31 Gramm) des Füllmaterials wird 24 Stunden zusammengepresst. Dann wird der Druck reduziert und gemessen, welchen Rauminhalt die Menge Fasern oder Federn jetzt füllt. Die Spitzenqualitäten liegen zwischen 700 und 800 Cuin (Kubikinch pro Unze), unter 500 Cuin ist das Füllmaterial nicht mehr ideal.

Auch Milben mögen's heiß

Hygiene im Bett ist wichtig, weil sich im Bett nicht nur Menschen tummeln, sondern auch Milben. Milben sind immer dabei. Es kommt darauf an, sie nicht die Oberhand gewinnen zu lassen. Allergische Reaktionen (Haussstaub-Allergie) sind sonst möglich. Deshalb ist es wichtig, die Decke und das Bett regelmäßig zu lüften und auszuschütteln. Milben mögen es nämlich – ähnlich wie wir – kuschelig warm. Durch das Lüften werden sie in Schach gehalten. Leichte Waschbarkeit ist aus Hygienegründen sicher ein Argument. Die Daunenanbieter argumentieren hingegen, dass die besondere Struktur der Daunen bereits gegen Milben aktiv ist. Fast alle Varianten ob Feder, Haar oder Synthetik, erreichen gute Flausch- und Kuschelwerte, viele Wege führen heute ins Kuschelbett.

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