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Weißer Hautkrebs: Das sollten Sie wissen!

Vorsorge kann Leben retten - denn früh genug erkannt, ist Hautkrebs heilbar. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Hautkrebs-Vorsorge ab dem 35. Lebensjahr.
Weißer Hautkrebs: So beugen Sie richtig vor © dpa, Karl-Josef Hildenbrand

So entsteht weißer Hautkrebs

Hautkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Pro Jahr erkranken hierzulande rund 224.000 Menschen an Hautkrebs - knapp 200.000 davon an weißem Hautkrebs. Wie erkennen Sie weißen Hautkrebs? Wer ist vor allem davon betroffen? Und wie beugen Sie richtig vor?

Der weiße Hautkrebs entsteht durch einen chronischen UV-Schaden. Für seine Entstehung ist die Sonnen- oder UV-Licht-Belastung über das ganze Jahr hinweg entscheidend - und nicht wie beim schwarzen Hautkrebs die Anzahl der Sonnenbrände. In seiner Frühform zeigt sich der weiße Hautkrebs als roter Fleck, als hautfarbenes Knötchen oder als nicht abheilende raue oder schuppige Hautstelle. Bilder von Melanomen und schwarzem Hautkrebs kennen mittlerweile viele Menschen. Der weiße Hautkrebs jedoch, wird meist gar nicht erkannt oder als harmlos abgetan.

Wie für jede andere Krebsart gilt: Wird er frühzeitig entdeckt, lässt er sich meist erfolgreich behandeln - im Frühstadium ist dies sogar schon mit Salben möglich.

Das Risiko, im Laufe des Lebens an einer Form des Hautkrebses zu erkranken, beträgt mindestens 1:7.

Besonders gefährdet sind hellhäutige Menschen. Männer sind in der Regel eher betroffen als Frauen, da sie sich beruflich und auch in der Freizeit in der Regel häufiger im Freien aufhalten.

Veränderungen infolge von weißem Hautkrebs können meist besser gefühlt als gesehen werden: Betroffen sind häufig die sogenannten Sonnenterrassen – Ohren, Stirn, Nasenrücken oder Glatze. Im Zweifel sollten Sie besser einmal zu viel als zu wenig zum Hautarzt gehen.

Weißer Hautkrebs zeigt sich als hautfarbene oder rötliche Knötchen oder schuppige, raue Hautstellen, die auch bluten und verkrusten können. Sie werden oft nicht erkannt oder ernst genommen, da sie über Monate bis hin zu Jahren wachsen. Er frisst sich allerdings durch die Haut und bis in die Knochen, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird.

Weißer Hautkrebs ist die Folge der täglichen UV-Bestrahlung. Vor allem bei hellhäutigen Menschen, die sich oft in der Sonne aufhalten, sind die Reparaturmechanismen der Haut früher oder später überfordert. Daher sind vom weißen Hautkrebs meist ältere Menschen über 60 Jahren betroffen.

Solariengänger sind ab 30 in Gefahr

Bei einem normalen Immunsystem wächst der weiße Hautkrebs langsam. "Es muss sehr viel passieren, bis ein Tumor entsteht: Das dauert 30 bis 40 Jahre", sagt Prof. Petra Boukamp vom Deutschen Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (DKFZ) in Heidelberg in einer Pressemitteilung. Bei den 60- bis 70-Jährigen sei er deshalb am weitesten verbreitet. Auch das schwächere Immunsystem älterer Menschen spiele dabei eine Rolle.

Wer sich trotz aller Warnungen noch immer ungeschützt der Sonne aussetzt, geht der Expertin zufolge ein großes Risiko ein. Vor allem Menschen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren erkranken laut DKFZ an weißem Hautkrebs. Wer regelmäßig in ein Solarium gehe, könne aber auch schon mit Mitte 30 daran leiden. Im Gegensatz zum aggressiven schwarzen Hautkrebs bildet der weiße jedoch nur selten Metastasen. Aber er ist deshalb nicht weniger gefährlich. Generell gilt: Jede Art der Bräunung ist eine Hautschädigung.

Die Folgen des weißen Hautkrebses, der sich vor allem im Gesicht, am Nacken oder den Händen zeigt, können dennoch verheerend sein: "Die Krebszellen durchwachsen das gesamte Gewebe und bei der Operation muss man große Bereiche entfernen", erklärt Boukamp. Der Krebs fresse sich förmlich in die Haut, die Gesichter würden durch Operationen oft entstellt, da Narben unvermeidbar seien.

Aus Sicht von Hautärzten sollten mehr Menschen in Deutschland die kostenlose Hautkrebsuntersuchung nutzen. Viele Todesfälle durch Hautkrebs seien vermeidbar, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen, Michael Reusch, anlässlich der europaweiten Hautkrebswoche im Mai 2012. Die Untersuchung sei harmlos und einfach.

Bislang nähmen 30 Prozent der Menschen die Vorsorge in Anspruch, in fünf Jahren sollten es 70 Prozent sein, forderte Reusch. In Schleswig-Holstein hätten Früherkennung und Aufklärung bereits zu einer Halbierung der Sterblichkeit geführt.

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