Weinen hilft - meistens

Weinen hilft - meistens

Wer weint, lässt los

Jeder von uns tut es bei den verschiedensten Gelegenheiten und aus den unterschiedlichsten Gründen: Wir sind die Spezies der Heulsusen. Was bringt uns das eigentlich?

Weinen hilft dem Gemüt – meist jedenfalls. Schon Säuglinge begrüßen die Welt mit Geschrei und Tränen - und so geht es dann auch weiter: Aufgeschürfte Knie, verweigerte Süßigkeiten oder dunkle Zimmer lassen Kinder heulen. Zu den Tränen, die wir aus Schmerzen, Wut, Angst und Enttäuschung vergießen, kommen schließlich noch die der Trauer, der Rührung, der Freude und des Mitleids hinzu. Und auch Staubkörner im Auge oder das Schneiden von Zwiebeln lassen uns weinen.

Weinen hilft - meistens

Weinen kann in schwierigen Situationen das Befinden verbessern. Wie sich Weinen auswirkt, hängt auch von äußeren Umständen ab, erforschten Psychologen der niederländischen Universität Tilburg. Ihre Analyse von 3.000 Weinsituationen, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Current Directions in Psychological Science" veröffentlicht wurden, zeigt eher positive langfristige Folgen des Weinens. Bei zwei Drittel der Befragten stellte sich ein Gefühl der Erleichterung nach den Tränen ein. Weinen hilft also meistens, um sich besser zu fühlen. Wichtig dabei ist, dass Menschen da sind, die den Weinenden tröstend unterstützen. Dabei muss keine Lösung angeboten werden. Die beste Unterstützung eines Anwesenden ist in diesem Fall, feinfühlig dem Weinen Platz zu geben. Einfach dabei zu sein, zu verstehen und Zustimmung zu zeigen hinterlässt das Gefühl, dass das Weinen ankommt und man verstanden wird.

Ganz anders ist hingegen das ohnmächtige In-sich-hinein-Schluchzen, das Gefühle wie Wut, Verzweiflung und Zorn ersetzen soll. Dieses kraftlose, depressive Weinen gibt kaum Aussicht auf Veränderung. Tränen sind eben nicht gleich Tränen.

Problematisch und mit wenig Hoffnung auf Erleichterung wirkt sich das Weinen bei Menschen aus, die an Angst- und Verwirrungszuständen leiden. Ebenso bei Menschen, die ihre eigenen Gefühle kaum wahrnehmen und beschreiben können.

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