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Weichmacher: Kopfhörer sind wahre Giftbomben

Weichmacher in Kopfhörern
Die Computerzeitschrift "c’t" hat 28 Produkte getestet, die wir alle gern im Alltag benutzen, in denen aber gefährliche Weichmacher enthalten sind. © ptasha - Fotolia

Test: Gefährliche Weichmacher in Tastaturen und Mäusen

Giftige Stoffe in täglichen Gebrauchsmitteln, diese Nachricht gibt fast täglich. Was ein Test nun ans Tageslicht bringt ist erschreckend. Ob in Tastaturen, Mäusen oder Handyhüllen, überall finden sich gesundheitsschädigende Weichmacher. Am schlechtesten haben allerdings Kopfhörer abgeschnitten.

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Die Computerzeitschrift "c’t" hat 28 Produkte getestet, die wir alle gern im Alltag benutzen, in denen aber gefährliche Weichmacher enthalten sind. Sie erfüllen meist den Zweck, dass sich das Plastik geschmeidiger und damit angenehmer anfühlt. Problem bei den Weichmachern: Sie sind stark gesundheitsgefährdend - und dennoch finden sie sich in vielen Produkten.

Die Tester machten sich vor allem auf die Suche nach drei Stoffen: PAK (Polyzyklisch aromatischer Kohlenwasserstoff), SCCP (kurzkettige Chlorparaffine). Diese beiden Stoffe sind krebserregend. Der dritte untersuchte Stoff ist die Chemikalie DEHP (Diethylhexylphthalat). Diese soll zu Unfruchtbarkeit und Missbilligungen führen.

Die schlechteste Nachricht vorweg: Alle vier getesteten Kopfhörer sind mit den Giftstoffen belastet. Bei drei Produkten wurden die zulässigen Höchstwerte sogar um ein Vielfaches überschritten. Sie sind so gefährlich, weil die Kopfhörer ständigen Kontakt zur Haut haben. Sei es im Ohr oder beim Joggen oder wenn man das Kabel unter der Haut trägt. Die Tester beschreiben die Kopfhörer als "wahre Giftbomben".

Auch Tastaturen und Handyhüllen auf dem Prüfstand

Auch bei Tastaturen oder Mäusen wurden gefährliche Weichmacher gefunden. Vier von sieben getesteten Mäusen sind aber unbedenklich. Bei einer No-Name-Maus und der Mini-Gaming-Maus mit LED-Licht von Tomorrowtop/Jettech wurden allerdings so große Mengen DEHP und SCCP gefunden, dass sie im Handel nichts verloren haben. Da sie allerdings vor Dezember 2010 hergestellt wurden, dürfen sie noch verkauft werden. Denn erst seit 2010 gilt ein Verkaufsverbot für Produkte, die die vorgegebenen Werte überschreiten.

Auch die getesteten Tastaturen konnten nicht überzeugen. Nur Microsofts Wired Keyboard 600 und die K200 von Logitech wurden als eher unbedenklich eingestuft. Am besten haben Handyhüllen abgeschnitten, sie gelten als eher unbedenklich. Nur einen Ausreißer gab es bei den Schutzhüllen für Smartphones (Bumper). In der iPhone-5C-Hülle von iProtect wurde die gesundheitsgefährdende Phenol-Chemikalie gefunden.

Kann man sich im Alltag überhaupt schützen? "c’t" meint: geringfügig - und verweist auf den guten alten Geruchstest, da viele Produkte schon eklig riechen. Doch auch hier kann man sich nicht sicher sein. Denn manche gefährliche Stoffe sind geruchsneutral. Einen Tipp nach dem Kauf speziell von Handyhüllen hat das Magazin dennoch: So sollte man die Hüllen mit Spülmittel und Wasser gut reinigen und dann bis zu vier Tage an die Luft hängen.