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Weiblicher Orgasmus nur ein Übrigbleibsel der Evolution?

Orgasmusprobleme bei der Frau
Orgasmusprobleme bei der Frau Woher kommen sie und was kann man dagegen tun? 00:00:51
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Weiblicher Orgasmus - ist er nur ein Überbleibsel der Evolution?

Haben Männer keinen Orgasmus, kommt es nicht zu einer Ejakulation und auch nicht zur Befruchtung. Dass Männer also einen Orgasmus zur Fortpflanzung benötigen, ist klar. Anders bei den Frauen: Biologisch gesehen, ist es nicht nötig, dass die Frau einen Orgasmus bekommt – oder etwa doch?

Weiblicher Orgasmus nur ein Übrigbleibsel der Evolution?

Eine Studie des 'Cincinnati Children’s Hospital' an der University of Yale in New Haven stellte nun eine neue Theorie vor. Die Wissenschaftler glauben, dass der weibliche Orgasmus ein Überbleibsel des durch Sex verursachten Eisprungs (männlich-induzierten Eisprung) auf der Vorzeit sei. Der ist allerdings durch den Ovarialzyklus für die Fortpflanzung über die Jahre überflüssig geworden, so das im Fachmagazin ‚JEZ-Molecular and Developmental Evolution‘. veröffentlichte Ergebnis.

Die Theorie zielt auf einen Vorgang unserer frühen Vorfahren ab, bei dem der Eisprung (Ovulation) eingeleitet wurde. Forscher nehmen an, dass es vor vielen Jahren mal einen männlich-induzierten Eisprung bei der Frau gegeben hat, der noch vor dem weiblichen Ovarialzyklus bestand. Verursacht wurde die männlich-induzierte Ovulation durch die Hormone Prolactin und Oxytocin, die beim weiblichen Höhepunkt ausgeschüttet werden. Weil sie damals den Anstoß für den Eisprung gegeben haben, kam man zu der Schlussfolgerung, dass der weibliche Orgasmus eben durchaus zur Fortpflanzung beiträgt und keinesfalls zufällig entstand.

Die Befruchtung wird durch Sex begünstigt

Außerdem gibt es Forscher, die im weiblichen Orgasmus einen physiologischen Sinn sehen. Wenn der weibliche Orgasmus einsetzt, ziehen sich Scheide und Gebärmutter zusammen und der Muttermund senkt sich ab. Weil durch das Zusammenziehen eine Art Sog entsteht, mit der das Sperma in die Gebärmutter geleitet wird, wird die Befruchtung begünstigt.

Generell sind sich Männlein und Weiblein gar nicht so unähnlich was die Sexualorgane betrifft. Ganz gleich ob ein Junge oder ein Mädchen im Bauch der Mutter heranwächst, die Entwicklungsphase der Geschlechtsorgane verläuft bei beiden zunächst gleich. Anatomisch und auch sensorisch stimmen die Sexualorgane der Embryos, sowohl Klitoris als auch Penis, überein. Erst später stülpt sich der Penis heraus und die Klitoris mit samt ihrer Sensorik, nach innen.

Gemäß dieser Hypothese sollen Frauen, die eher zu einem Orgasmus kommen, bereits in ihrer Frühentwicklung an der Stelle, an der sich die Geschlechtsorgane ausbilden, die männliche Orgasmusfähigkeit mitvererbt haben. Dass die Orgasmusfähigkeit tatsächlich vererbt werden kann, konnten Studien bereits beweisen.

Eine weitere Theorie besagt, dass der weibliche Orgasmus darüber entscheidet, welcher der perfekte Partner sein könnte. Kommt die Frau durch ihren Mann zum Höhepunkt, könnte das auf das Einfühlungsvermögen des Partners bezogen werden. Das macht ihn zu einem potentiellen Vaterkandidaten.

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