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Weiblicher Orgasmus: Beim Sex kommen nur wenige

Diese Dinge liebt deine Klitoris
Diese Dinge liebt deine Klitoris Kitzel den Kitzler 00:00:33
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Orgasmus-Neuigkeiten: Wann und wie kommen wir am besten?

Als mit allen Wassern gewaschene Liebesexpertin bin ich davon ausgegangen, dass man über weibliche Sexualität nicht mehr viel Neues sagen kann in unserer aufgeklärten Zeit. Was die Liebe im Allgemeinen angeht, das Seelisch-Geistige, ist immer alles im Fluss. Was aber den „Sonderbereich“ Sex betrifft, hat die Wissenschaft jedes Fitzelchen durchgeforscht.

Das dachte ich jedenfalls. Bis mir in diesen Tagen eine spektakuläre Studie auf den Tisch kam. Sie stammt von der Wiener Ärztin und Sexualtherapeutin Elia Bragagna. Diese zieht vermeintlich alte Sex-Kamellen wieder ins Licht. Wie diese, dass viele Frauen einen Orgasmus vortäuschen. Das ist kein Schnee von gestern! Das ist keine Schwäche von unseren verklemmten Großmüttern, die den Sex über sich ergehen ließen und dabei an England dachten. Nein, ganz im Gegenteil. Bragagna hat herausgefunden, dass 90 Prozent der heutigen Frauen beim Orgasmus schummeln, weil ihnen dieser nicht einfach so viel bedeutet, wie vor allem Männer meinen.

Deshalb tun sie als ob. Damit sie ihre Ruhe haben. Trotzdem erdulden sie den Sex nicht wie unsere weiblichen Vorfahren, sie genießen Sex sehr. Doch der Orgasmus ist ihnen erstens nicht dramatisch wichtig, zweitens erlangen sie ihn auch nur selten beim normalen Sex. Eher sogar kommen sie beim Sport orgastisch auf ihre Kosten. Kein Witz! Ob beim Reiten, beim Pilates oder beim Yoga, 40 Prozent aller sporttreibenden Frauen ist es dabei schon einmal gekommen.

Ich weiß nicht, ob ich das gut finde. Mir persönlich wäre es eher peinlich. Aber mein Sport ist auch Joggen, das wäre schon sehr auffällig, wenn ich mich während des Laufens stöhnend aufbäumen würde. Vielleicht geht das beim Yoga oder beim Pilates einfacher, wenn man ohnehin schon auf dem Boden liegt und sich verbiegt. Oder auf dem Rücken eines Pferdes, dann reitet man eben einen schnellen Galopp.

Bei Frauen fängt Sex im Kopf an

Bragagna geht in ihren schonungslosen Untersuchungen noch weiter: Selbst wenn die vielbeschworene Orgasmushilfe „Klitoris“ stimuliert wird bis zur Erschöpfung, ist das keine Garantie für einfache oder multiple Mega-Orgasmen. Ein Drittel aller Frauen erlebt trotzdem „nur“ bei jedem vierten Geschlechtsakt einen Orgasmus. Und die Damen beteuern: Wir finden Sex dennoch himmlisch.

Dies ist auch unabhängig davon, wie gut bestückt ihr Liebster ist. Die Länge des Penis rangiert ziemlich weit hinten beim Ranking der Dinge, die eine Frau glücklich machen. Die Länge des Penis bedeutet den meisten Frauen so viel wie Sex in der Öffentlichkeit. Das haben Befragungen ergeben. Geht einmal in Euch, welche tragende Rolle euch Sex in der Tiefgarage bedeutet, dann wisst Ihr Bescheid. Das ist mal ganz nett, mehr nicht.

Bragagna verkündet: Die tatsächlichen Heißmacher anstelle von Hammer-Phallus und Tiefgaragen-Sex: Offenheit und Vertrauen. Wer hätte das gedacht. Frauen werden also erregt, sehr erregt, wenn sie einem freundlichen und offenen Mann vertrauen können. Kommt mir bekannt vor. Das ist wahrlich keine neue Erkenntnis.

Wie sollte es auch anders sein? Der Sex bei Frauen fängt eben im Kopf an, das ist ein alter Hut. Frauen trennen die Liebe, das Seelisch-Geistige, nicht vom „Sonderbereich“ Sex. Das ist EINE Substanz. Gefühl, Herz, Erotik und so weiter. Und: Ein schöner großer Penis ist eigentlich auch nicht schlecht, wenn wir ehrlich sind.

Liebe Frau Bragagna, Ihre Arbeit in allen Ehren, aber am Ende des Tages kann man der Liebesexpertin doch nichts Neues erzählen...

Nur die Liebe zählt. Eure Birgit Ehrenberg

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