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Wehen fördern durch Masturbation: Selbstbefriedigung soll die Geburt erleichtern

Ein Orgasmus soll die Geburt erleichtern
Ein Orgasmus soll die Geburt erleichtern Mutter fordert: Masturbation im Kreißsaal! 00:00:49
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Geburt bringt Tier in uns hervor – wie Sex auch

Dass manche Frauen während der Geburt tatsächlich einen Orgasmus erleben – unbeabsichtigt – ist zwar schon eher selten, aber an sich nicht neu. Jetzt plädiert eine junge Mutter dafür, sich ganz gezielt selbst den Höhepunkt im Kreißsaal zu verschaffen – als echte Alternative zu PDA, Kügelchen und Co. Masturbation als medizinische Maßnahme sozusagen.

Wehen fördern durch Masturbation: Selbstbefriedigung soll die Geburt erleichtern

Von Merle Wuttke

Die Australierin Angela Gallo ging bei der Geburt ihres ersten Kindes durch die Hölle: 45 Stunden Wehen, PDA, totale Erschöpfung, Schmerz – all das, beschloss sie, wird mir bei meinem zweiten Kind nicht mehr passieren. Und statt in die Hölle begab sie sich einfach am Tag der Entbindung selbst in den Geburtshimmel. Ihr einziges Hilfsmittel – ihre Hand. Angela Gallo fing nämlich an, sich unter der Geburt, als die Wehen und Schmerzen stärker wurden, selbst zu befriedigen. Nach diesem, wie es aus ihrem Blog-Text herauszulesen ist, wunderbaren, kraftvollen und sinnlichen Geburtserlebnis, hält sie Masturbation jedenfalls für eines der besten Mittel gegen Geburtsschmerz. Ach ja, das zweite Baby kam übrigens nach flotten sechs Stunden auf die Welt.

Und es war eine Hausgeburt. Dass Angela Gallo zu Hause in ihren vertrauten vier Wänden gebären konnte, trug sicherlich einen Teil dazu bei, dass sie sich so sehr fallen lassen konnte, um überhaupt an etwas wie Masturbation zu denken. Viele Frauen, gerade Erstgebärende, haben vor der Geburt einen solchen Heidenrespekt, oder sogar Angst, dass die Vorstellung, sich dabei selbst Lust zu verschaffen, völlig absurd klingt. Nichtsdestotrotz ist es aber nicht so absurd, wie es sich zunächst anhört, denn jede Mutter weiß: Eine Geburt bringt das Tier in uns hervor – ganz wie Sex auch. Eine Geburt ist sinnlich, archaisch, sie wirft uns komplett zurück auf uns selbst, unsere Instinkte, unseren Körper.

Warum nicht, wenn’s hilft?!

Nur haben wir uns durch Medizin, durch das Schaffen eines künstlichen, selbst optimierten Körperbildes und durch Nichtgebrauch unserer Instinkte eben ziemlich weit davon entfernt, all das einfach zuzulassen. Genau das sollte man aber während der Entbindung tun – darauf vertrauen, dass der eigene Körper diese große Hürde schon schaffen wird, dass er weiß, wie es geht. Und wenn der Körper einem dann dabei signalisiert: „Hilf mir mal, entspann’ dich“ – ist Masturbation vielleicht ein guter Weg, um gut durch die Geburt zu kommen.

Angela Gallo meint jedenfalls, und da hat sie nicht ganz Unrecht: Selbstbefriedigung wirkt wie ein natürliches Schmerzmittel, der Orgasmus dopt einen, Schmerzen werden als erträglicher empfunden – unter anderem, weil ein beglückender Hormoncocktail beim Höhepunkt ausgeschüttet wird, der höchstwahrscheinlich kraftvoller ist als jede PDA. Zumindest angenehmer. Für Gallo hat das Ganze auch nichts mit Sex im eigentlichen Sinne zu tun. Dennoch empfand sie es als erhebend durch die Wehen zu kommen, da sie von diesem kraftvollen, sinnlichen, angenehmen Gefühl getragen wurde.

Sex an sich wird Paaren ja ohnehin kurz vor der Entbindung empfohlen, um die Geburt einzuleiten, weil die Gebärmutter dann schon mal ein bisschen trainieren kann – beim Orgasmus ist sie schließlich ähnlichen Kontraktionen ausgesetzt wie bei den Wehen. Leider gibt es aber immer noch Männer, die es befremdlich finden, mit ihrer hochschwangeren Frau zu schlafen – solchen Vätern in spe muss man wahrscheinlich gar nicht mit Selbstbefriedigung vor der Hebamme kommen... Und klar – in einem normalen Kreißsaal wird es selbst für Frauen, die der Sache offen gegenüber stehen, eine Herausforderung sein, sich mal eben Lust zu verschaffen. Aber hey, warum nicht, wenn’s hilft?!

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